Neue Daten Übersterblichkeit steigt auf 20 Prozent

In Deutschland hat es im November deutlich mehr Todesfälle gegeben als im langjährigen Mittel. Besonders deutlich ist das traurige Plus in drei Bundesländern.
Im November wurden 15.612 Todesfälle mehr verzeichnet als im Vergleichszeitraum aus den Vorjahren

Im November wurden 15.612 Todesfälle mehr verzeichnet als im Vergleichszeitraum aus den Vorjahren

Foto: Harald Tittel / picture alliance / dpa

Im November 2021 gab es in Deutschland 92.295 Todesfälle. Dieser Wert liegt 20 Prozent über dem mittleren Wert, dem sogenannten Median, aus den Jahren 2017 bis 2020. In absoluten Zahlen heißt das: 15.612 Todesfälle mehr. Im Oktober lag die Übersterblichkeit noch bei etwa 9 Prozent . Das geht aus einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes  hervor.

Die Todesfälle, die das Robert Koch-Institut (RKI) im Zusammenhang mit einer Coronainfektion meldet, erklärten den Anstieg der Sterberate allerdings nur teilweise, heißt es von der Behörde. Ein Vergleich der Zahlen sei bis zum 21. November möglich.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge könnten auch unerkannte Covid-19-Todesfälle eine Rolle spielen. Weil die Grippewelle Anfang des Jahres ausgeblieben war, sei zudem denkbar, dass sich eine gewisse Zahl der Sterbefälle zeitlich verschoben habe.

Eine aufgeschobene Operation kann ein Leben kosten

Möglicherweise zeige sich auch ein weiterer Effekt der Pandemie: Weil die Krankenhäuser und Intensivstationen  teilweise an ihre Belastungsgrenzen stoßen, werden in vielen Orten in Deutschland derzeit planbare Operationen verschoben und Vorsorgeuntersuchungen ausgesetzt. Auch das könne sich auf die Sterberate auswirken, hieß es. Der Beitrag einzelner Effekte lasse sich derzeit aber nicht konkret beziffern.

Regional zeigt die Statistik deutliche Unterschiede: Die regionalen Sterbezahlen ließen sich bis einschließlich der 45. Kalenderwoche, der Woche vom 8. bis zum 14. November, abbilden. In jener Woche habe die Zahl der Toten in 15 der 16 Bundesländer über dem mittleren Wert der Vorjahre gelegen.

Thüringen mit der größten Abweichung

Die größte Abweichung sei in Thüringen  zu beobachten gewesen: eine Abweichung von plus 43 Prozent. An zweiter Stelle folge Sachsen  mit einem um 37 Prozent erhöhten Wert. Den dritten Platz belege Bayern, wo 30 Prozent mehr Menschen verstarben.

Die vom RKI gemeldeten Todesfälle erklärten etwa die Hälfte der zusätzlichen Sterbefälle in den genannten drei Ländern.

Nur in Bremen – dem Bundesland mit der deutschlandweit höchsten Impfquote  – lagen die Sterbefallzahlen demnach im Bereich der Vorjahre. »Die Befunde zur Übersterblichkeit sind damit in den Bundesländern am deutlichsten, in denen auch das Infektionsgeschehen in den vorangegangenen Wochen am höchsten war«, teilten die Statistiker mit.

vki/dpa/AFP
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