Uno-Prognose 2050 werden 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben

Die Weltbevölkerung wächst weiter rasant. Spätestens in dreißig Jahren werden zwei Milliarden Menschen zusätzlich die Erde besiedeln. Das liegt vor allem daran, dass wir immer älter werden.

Durchschnittlich 2,5 Kinder pro Frau: In den meisten Ländern sinken die Geburtenraten
Jamie Grill/ Tetra images/ Getty Images

Durchschnittlich 2,5 Kinder pro Frau: In den meisten Ländern sinken die Geburtenraten


Nach neuesten Hochrechnungen der Uno wird die Bevölkerungszahl von derzeit rund 7,7 Milliarden Menschen auf 9,7 Milliarden im Jahr 2050 steigen. Bis 2100 erwarten die Vereinten Nationen, dass 10,9 Milliarden Menschen auf der Erde leben (siehe Grafik unten). Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) veröffentlichte nun die Vorhersagen der Uno.

Ein entscheidender Grund für das Wachstum ist, dass die Menschen weltweit immer älter werden. Heute ist rund jede zehnte Person älter als 65 Jahre. Im Jahr 2050 wird es jede sechste (16 Prozent) sein; in Europa, der Region mit der ältesten Bevölkerung, voraussichtlich sogar jede vierte (25 Prozent). Damit wird sich die Zahl der über 80-Jährigen weltweit von 143 Millionen im Jahr 2019 auf 426 Millionen im Jahr 2050 verdreifachen.

Gleichzeitig sinken die Geburtenraten in den meisten Ländern. Weltweit ist der Wert zuletzt von durchschnittlich 3,2 Kindern im Jahr 1990 auf 2,5 Kinder in 2019 zurückgegangen. Laut Uno wird sich der Trend langfristig fortsetzen. 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit durchschnittlich 2,2 Kindern pro Frau. Es gibt allerdings weiterhin Regionen, in denen die Geburtenrate hoch ist und im Vergleich nur langsam sinkt.

So bekommen Frauen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara derzeit durchschnittlich 4,4 Kinder. Die Uno geht in ihren Projektionen davon aus, dass die Fruchtbarkeitsrate dort erst bis 2100 auf 2,1 Kinder pro Frau zurückgeht. Wegen der sehr jungen Altersstrukturen werde die Bevölkerung in Afrika aber noch für einige Zeit wachsen, so die Experten.

Für problematisch halten die Experten, dass in Ländern südlich der Sahara und in Lateinamerika vor allem Jugendliche viele Kinder bekommen. Zwischen 2015 und 2020 werden Schätzungen zufolge weltweit 62 Millionen Babys geboren, deren Mütter zwischen 15 und 19 Jahre alt sind. Sowohl für die jungen Mütter als auch für ihre Kinder könne das schwere soziale Folgen haben, so die Uno.

Bevölkerung in Afrika wird sich bis 2050 verdoppeln

In Afrika wird sich die Bevölkerung laut dem Bericht von heute knapp 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 fast verdoppeln. Bis 2100 werde die Zahl der Menschen dort noch einmal auf rund 4,3 anwachsen.

DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr fordert, Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern künftig besser zu beraten. Ihnen müsse Zugang zu Verhütungsmitteln verschafft werden, sie müssten besser aufgeklärt, ausgebildet und beschäftigt werden.

Auch die Produktion von Nahrungsmitteln muss laut Uno in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. Die Organisation schätzt, dass aufgrund des Bevölkerungswachstums bis 2050 doppelt so viele Lebensmittel hergestellt werden müssen wie heute. Forscher arbeiten an neuen Technologien, wie das gelingen kann, ohne die Umwelt zusätzlich zu belasten (mehr dazu lesen Sie hier).

jme/dpa

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