US-Aufsicht Grünes Licht für Verkauf von Klontier-Fleisch

Die US-Gesundheitsbehörde hat kein Problem damit, dass Fleisch und Milch von geklonten Tieren verkauft wird. Die Freigabe steht unmittelbar bevor - und es ist noch nicht mal sicher, ob die Ware in Läden überhaupt als genverändertes Essen ausgewiesen wird.


Washington - Milch und Fleisch von geklonten Tieren ist nach Einschätzung der zuständigen US-Behörde sicher und darf deswegen auf dem US-Markt verkauft werden. So lautet der Tenor eines Entwurfs der Gesundheitsbehörde (FDA) vom Donnerstag, der als Durchbruch für die Fleisch- und Molkereilobby in den USA gilt.

Bevor Klon-Fleisch in die Läden kommt, muss die FDA allerdings noch eine endgültige Entscheidung treffen. Die Behörde hält Fleisch und Milch von geklonten Rindern, Schweinen und Ziegen für sicher. Über geklonte Schafe könne noch nicht entschieden werden, da die vorliegenden Informationen nur unzureichend seien, erklärte die FDA. Sie will außerdem erst bei der endgültigen Entscheidung festlegen, ob die Produkte aus geklonten Tieren besonders gekennzeichnet werden müssen. Bis April können nun Kommentare zu dem Entwurf eingereicht werden.

Das Klonen ist weltweit umstritten. Das Schaf Dolly wurde als erstes geklontes Tier 1996 geboren, seine Geburt löste eine heftige Diskussion aus. Kritiker sagen, dass die Wissenschaft noch zu wenig über das Klonen wissen, um die Auswirkungen auf die Ernährung und Biologie zu beurteilen. Es brauche mehr Zeit, damit auch in der Öffentlichkeit über das Thema ausreichend diskutiert werde. Befürworter sehen Klonen dagegen als Weg mehr Milch und zartes Fleisch zu produzieren. Zudem könne es helfen, die Tiere resistenter gegen Krankheiten zu machen.

Unklar bleibt derweil, ob bei einer Genehmigung der FDA auch die Nachfrage nach Milch und Fleisch von geklonten Tieren anspringen würde. Umfragen zufolge wollen mehr als die Hälfte der US-Verbraucher keine derartigen Lebensmittel kaufen, egal welches Urteil die Behörden fällen. Ungeachtet dessen halten US-Produzenten bereits hunderte geklonter Tiere in ihren Beständen. Mit dem Verkauf wollen die meisten von ihnen aber noch bis zur endgültigen FDA-Entscheidung warten.

plö/Reuters



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