»Ich bin kein Wissenschaftler« Weltbankpräsident wegen Klimaleugner-Thesen unter Druck

Auch die US-Regierung kritisiert nun den von Ex-Präsident Trump eingesetzten Chef der Weltbank, David Malpass. Der Grund: seine Haltung zur Klimakrise. Aktivisten fordern schon lange seinen Rücktritt.
Weltbankpräsident David Malpass

Weltbankpräsident David Malpass

Foto: Daniel Leal / AFP

Weltbankpräsident David Malpass steht wegen seiner umstrittenen Äußerungen zur Klimapolitik weiter unter Druck. Er soll bereits mehrmals Thesen von Klimawandel-Leugnern  vertreten haben. Nun hat auch die US-Regierung den Ökonomen scharf kritisiert: »Wir sind mit den Äußerungen von Präsident Malpass nicht einverstanden«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, am Freitag (Ortszeit) in Washington.

Der US-amerikanische Ökonom Malpass war am Dienstag bei einer Veranstaltung der Zeitung »New York Times« mehrfach mit dem Vorwurf konfrontiert worden, er sei ein Leugner der Klimakrise, und war Nachfragen ausgewichen, ob die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur globalen Erwärmung beitrage. Stattdessen hatte Malpass gesagt: »Ich bin kein Wissenschaftler.«

Klimaaktivisten haben Malpass wiederholt kritisiert und von US-Präsident Joe Biden gefordert, ihn zu ersetzen. Vergangenes Jahr unterstützten mehr als 70 Nichtregierungsorganisationen eine entsprechende Forderung. Er wurde 2019 vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump für eine fünfjährige Amtszeit als Weltbankpräsident nominiert.

Proteste vor dem Weltbank-Sitz in Washington am vergangenen Freitag

Proteste vor dem Weltbank-Sitz in Washington am vergangenen Freitag

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Klimaschützer werfen der Weltbank allgemein vor, nicht genug gegen die globale Erwärmung zu unternehmen. Sie sträubt sich gegen die Forderung insbesondere ihrer europäischen Board-Mitglieder, die Finanzierung von fossilen Brennstoffen ganz einzustellen.

»Weltbank muss Führungsrolle bei Klimazielen einnehmen«

Die US-Regierung reagierte nun und forderte die Weltbank auf, eine Führungsrolle bei den Klimazielen einnehmen, so die Sprecherin des Weißen Hauses. »Das Finanzministerium, das unser Engagement bei internationalen Finanzinstitutionen beaufsichtigt, hat diese Erwartung gegenüber der Führung der Weltbank deutlich gemacht und wird dies auch weiterhin tun.« Auf die Frage nach einer möglichen Abberufung von Malpass ging sie nicht konkret ein, betonte aber, Entscheidungen dieser Art erforderten generell eine Mehrheit unter den Anteilseignern.

In einem Interview mit dem Nachrichtenportal »Politico« bemühte sich Malpass am Freitag um Schadensbegrenzung und sagte, er bedauere seine Wortwahl. »Das war ein schlecht gewählter Satz.« Auf die Frage, ob er die Klimakrise leugne, hätte er mit »Nein« antworten sollen, sagte Malpass weiter. Zugleich machte er klar, er werde nicht zurücktreten.

Dass Malpass gerade von Donald Trump berufen wurde, ist sicher kein Zufall. Der Ex-Präsident hat in der Vergangenheit wiederholt daran gezweifelt, ob der Klimawandel menschengemacht sei – solche Zweifel sind allerdings wissenschaftlich klar widerlegt. Der Republikaner hatte die USA während seiner Amtszeit aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen.

Sein Nachfolger Joe Biden von den Demokraten hatte den Schritt nach seinem Amtsantritt umgehend rückgängig gemacht und die USA wieder zurück in das Abkommen geführt. Biden hat den Kampf gegen den Klimawandel zu einem seiner wichtigsten Ziele erklärt.

sug/dpa/reuters
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