US-Studie Kosten für Folgen von Übergewicht schwellen an

Übergewicht hat in den USA epidemische Ausmaße angenommen - und entsprechend dick fällt die Rechnung aus. Laut einer neuen Studie verursachen durch Körperfülle verursachte Krankheiten inzwischen Kosten von 147 Milliarden Dollar pro Jahr - fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren.


Chicago - Enorme Leibesfülle breitet sich nicht nur in den USA, sondern in nahezu allen Industriestaaten rasant aus. Und die Opfer werden nicht nur immer zahlreicher, sondern auch immer jünger: Mediziner beobachten inzwischen schon bei Kindern im Vorschulalter Diabetes-Erkrankungen. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz- und Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und psychische Beschwerden gehören zu den Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Übergewicht: Die Kosten nehmen zu
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Übergewicht: Die Kosten nehmen zu

Das wird zunehmend zur Belastung für die Volkswirtschaften. In den USA beziffert eine neue Studie die Ausgaben für Krankheiten in Zusammenhang mit Übergewicht auf inzwischen 147 Milliarden Dollar (103 Milliarden Euro) pro Jahr. Das entspreche einem Anstieg von 89 Prozent seit 1998, heißt in dem am Montag veröffentlichten Report der US-Regierung und des Forschungsinstituts RTI International.

Der Anteil der Fettleibigen an der US-Bevölkerung sei von 18,3 Prozent im Jahr 1998 auf 25 Prozent im Jahr 2006 gestiegen. Die Ausgaben für die dadurch verursachten Krankheiten stiegen im selben Zeitraum von 6,5 Prozent auf 9,1 Prozent aller Gesundheitsausgaben, hieß es in der Studie, die im Fachblatt "Health Affairs" veröffentlicht wurde. Die durchschnittlichen Behandlungskosten für einen Übergewichtigen lägen bei 1429 Dollar (rund tausend Euro) pro Jahr, was 42 Prozent mehr sei als für Normalgewichtige.

"Der Zusammenhang von zunehmendem Übergewicht und zunehmenden Gesundheitsausgaben ist unverkennbar", resümiert Hauptautor Eric Finkelstein. "So lange die Rate der Übergewichtigen hoch ist, wird die Belastung für das Gesundheitswesen fortbestehen."

mbe/AFP/Reuters



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