USA Mäuse mit menschlichen Hirnzellen

US-Forscher haben erstmals Mäuse mit menschlichen Hirnzellen gezüchtet. Sie wollen an ihnen Mittel und Therapien für Nervenleiden wie die Alzheimer und die Parkinsonsche Krankheit untersuchen.


Sunnyvale/New York - Wissenschaftler der Biotech-Firma Stemcells Inc. im kalifornischen Sunnyvale setzten den kleinen Nagern menschliche Stammzellen ins Hirn, die dort die Funktion von Hirnzellen übernahmen. Die Studie, an der auch Forscher der angesehenen Stanford Universität in Palo Alto beteiligt waren, beobachtete den Werdegang der transplantierten Stammzellen im Hirn von Mäusen. Nach Angaben des Unternehmens entwickelten sie sich zu einer Palette spezialisierter Hirnzellen.

The Johns Hopkins University
Die Wissenschaftler betonen, dass sie mit ihrer Forschung einzig und allein nach Therapien gegen Nervenleiden wie Alzheimer suchen. "Es ist nicht unser Ziel, Mäuse mit menschlichem Gehirn zu schaffen", zitierten US-Medien den Stanford-Forscher Irving Weissman. Das Unternehmen hat inzwischen einen unabhängigen Ausschuss angerufen und will von ihm die ethische Rechtmäßigkeit seiner Versuche prüfen lassen.

Obwohl erst seit drei Jahren bekannt, sind Stammzellen die Hoffnung von Ärzten und Patienten in aller Welt. Forscher glauben, mit diesem Zelltyp einmal gegen Nervenkrankheiten und organische Leiden wie Herz- und Nierenversagen angehen zu können. Manche hoffen, dass Stammzellen selbst Querschnittsgelähmten wieder auf die Beine helfen könnten.

Allerdings sind die Versuche ethisch umstritten. Bisher zeigen nur Stammzellen von Embryos und eingeschränkt auch von weiter entwickelten Föten Erfolg. Ihre Verwendung ist in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten.



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