Ernährung und Klimaschutz Jeder Veganer spart jährlich zwei Tonnen an Treibhausgasen

Der weltweit wachsende Fleischkonsum schadet dem Klima. Wer ausschließlich Pflanzenkost isst, belastet die Umwelt erheblich weniger. Dies belegen neue Zahlen der Universität Oxford.
Nur Kohl - und anderes Gemüse - zu essen bringt für den Klimaschutz mehr, als auf ein E-Auto umzusteigen. Das zeigen neue Berechnungen (Symbolbild).

Nur Kohl - und anderes Gemüse - zu essen bringt für den Klimaschutz mehr, als auf ein E-Auto umzusteigen. Das zeigen neue Berechnungen (Symbolbild).

Foto: Markus Scholz/ DPA

In Deutschland leben rund eine Million Veganer. Ein Grund, warum sie auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier verzichten, ist die Sorge um die Umwelt. Und tatsächlich leisten Veganer mit ihrer Ernährung offenbar einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz, wie eine neue Auswertung nahelegt. Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+ .

Der Ökologe Joseph Poore von der britischen Universität Oxford hat für den SPIEGEL den CO2-Fußabruck eines deutschen Veganers berechnet. Pro Kopf und Jahr produzieren die Deutschen durchschnittlich elf Tonnen Treibhausgase. Wer vegan lebt, reduziert seine Bilanz laut Poore um zwei Tonnen jährlich, bei ansonsten gleichbleibendem Lebensstil. Das entspricht, je nach Berechnungsgrundlage, in etwa acht Economy-Class-Flügen zwischen London und Berlin.

Die Kalkulation geht unter anderem davon aus, dass zur Herstellung von veganem Essen wesentlich weniger Agrarland beansprucht wird - und die freigewordenen Flächen an die Natur zurückgehen und dort Bäume wachsen, die Kohlendioxid binden. Dadurch würden bei einer veganen Ernährung jährlich 670 Kilogramm weniger CO2 pro Kopf freigesetzt, so Poore. Bei den Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte, die sich auf Deutschland beziehen.

Poore und sein Kollege Thomas Nemecek aus der Schweiz haben Daten von 40.000 Agrarbetrieben sowie 1600 Verarbeitungsunternehmen und Händlern in 120 Ländern weltweit analysiert, um ein möglichst umfassendes Bild der Umweltauswirkungen tierischer und pflanzlicher Lebensmittel abzubilden.

Ergebnisse veröffentlichten sie bereits 2018 in der Fachzeitschrift "Science". In ihrem Papier  kommen die beiden zu dem Schluss, dass selbst Tierprodukte mit einer verhältnismäßig guten Ökobilanz - Eier oder Geflügel - Umwelt und Klima stärker belasten als Pflanzenkost.

"Eine vegane Ernährung ist der wahrscheinlich größte Hebel, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern", sagte Poore dem SPIEGEL. "Es bringt viel mehr, als ein Elektroauto zu kaufen oder weniger zu fliegen." Durch einen Verzicht auf Tierprodukte würden nicht nur weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, sondern auch andere Umweltauswirkungen wie der Landverbrauch reduziert.

Ob die Rechnung aufgeht, hängt aber auch vom individuellen Lebenswandel ab. Langstreckenflüge oder Pendeln mit dem Auto über längere Strecken kann auch eine vegane Ernährung nicht ausgleichen. Schon ein Flug von Hamburg nach New York produziert laut Umweltbundesamt hin und zurück 3,7 Tonnen CO2.

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