Versunkene Piratenschiffe in Panama Archäologen bergen 300 Jahre alte Kanonen

Als der Piratenkapitän Henry Morgan 1671 Panama-Stadt plünderte, versenkte er sein Flaggschiff. Jetzt haben Archäologen an der Mündung des Rio Chagres sechs Kanonen geborgen, die wahrscheinlich vom legendären Freibeuter stammen. Doch nicht nur Forscher interessierten sich für das Diebesgut.

AP

Im Jahr 1671 brannte Panama-Stadt: Unter dem walisischen Piratenkapitän Henry Morgan plünderten mehr als 1000 Freibeuter die reiche Siedlung. Der ohnehin schon wohlhabende Morgan vergrößerte sein Vermögen noch einmal deutlich. Zwar wurde er wegen des Angriffs gegen die spanische Stadt später vor ein britisches Gericht gestellt, doch verurteilt wurde er nicht. Stattdessen adelte der König den Piraten und ernannte ihn zum Vizegouverneur Jamaikas.

Seinem Ruf als Seefahrer machte er während des Panama-Raubzuges allerdings keine Ehre: Morgan versenkte sein Flaggschiff in der Mündung des Rio Chagres. Dort lief die "Satisfaction" auf das Lajas-Riff, mindestens drei weitere Schiffe seiner Flotte teilten dieses Schicksal.

Jetzt haben Archäologen sechs Kanonen aus der Flussmündung geborgen, die von Morgans Flaggschiff stammen könnten. Sie entsprächen in Form und Größe den im 17. Jahrhundert verwendeten Eisenkanonen, teilte das Team von panamaischen und US-Forschern mit. Nach Angaben von James Delgado von der US-Ozeanografiebehörde Noaa, einem der Leiter der Expedition, stammen einige der Kanonen aus Frankreich. Bei der "Satisfaction" handelte es sich um ein gekapertes französisches Schiff und die Mischung verschiedener Kanonen sei genau das, was man von einem Piraten erwarte, sagte Delgado der "Los Angeles Times": "Diese Typen haben sich einfach alles geschnappt, was sie irgendwie in die Finger bekommen konnten."

Jetzt werden die Kanonen im Labor gereinigt und genauer analysiert. Nach Angaben von Delgado finden sich noch weitere Artefakte auf dem Flussgrund: Zwei Kanonen stecken noch im Sand, ebenso wie der Anker und diverse kleinere Gegenstände.

Ursprünglich hatten die Archäologen nicht geplant, die Kanonen zu bergen. Doch moderne Freibeuter zwangen sie dazu: Sie hatten das Riff im Rio Chagres bereits mit Sprengsätzen traktiert, um die versunkenen Schätze freizulegen und zu heben.

wbr/dapd



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