Vertagt Gnadenfrist für die "Mir"

Versenken oder nicht versenken - die russische Regierung drückt sich um eine endgültige Entscheidung zur alternden Raumstation Mir. Erst einmal soll aufgetankt werden.


Moskau - Die russische Regierung hat eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Raumstation Mir auf Februar verschoben. Das Kabinett bewilligte am Donnerstag aber rund 64 Millionen Mark für zwei Versorgungsflüge zu der 15 Jahre alten Station. Die beiden "Progress"-Raumtransporter sollen Treibstoff zur Mir bringen.

Kontrollierter Absturz oder neuer Höhenflug? Die Zukunft der Mir ist ungewiss
DPA

Kontrollierter Absturz oder neuer Höhenflug? Die Zukunft der Mir ist ungewiss

Dieser soll entweder dazu dienen, die Station in eine höhere Umlaufbahn zu bringen oder sie kontrolliert in den Pazifik stürzen zu lassen. Entscheidend für das weitere Schicksal der Station ist, so Vize-Regierungschef Ilja Klebanow, ob private Finanzmittel erschlossen werden können.

Das in den Niederlanden ansässige Unternehmen MirCorp, das die Raumstation für kommerzielle Zwecke nutzen will, hat für das kommende Jahr 100 bis 170 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Die Verantwortlichen in Russland zweifeln jedoch offenbar an der Finanzkraft von MirCorp.

Erst Anfang dieser Woche hatte Präsident Wladimir Putins Raumfahrt-Berater Jewgeni Schaposchnikow festgestellt, dass für die Raumstation Mir keine Gelder vorhanden seien - weder für den Weiterbetrieb noch für deren Versenkung. Der einflussreiche Rat der Konstrukteure hatte zuvor die Versenkung empfohlen. Die Kosten dafür werden von der russischen Raumfahrtagentur mit knapp 50 Millionen Mark veranschlagt.



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