Virtuelle Mahlzeit Simulator imitiert Ess-Erlebnis

Wer wissen will, wie ein Keks schmeckt, kann einen essen - oder simulieren lassen, wie japanische Forscher vorschlagen. Sie haben ein Gerät gebaut, das im Mund eine Mahlzeit nachstellt, vom Keks über Käse bis hin zur Konfitüre.


Kopie oder Original? Die Simulation soll sich von der echten Mahlzeit nicht unterscheiden
AP

Kopie oder Original? Die Simulation soll sich von der echten Mahlzeit nicht unterscheiden

Hiroo Iwate von der Universität Tsukuba sieht auf den Gourmet von Morgen unbegrenzte Möglichkeiten zukommen. Sogar traditionelles japanisches Essen könne der Simulator nachstellen, sagte der Chefentwickler dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Für eine Simulation wird zunächst der Mund von Testpersonen mit diversen Sensoren ausgestattet, die die Bissfestigkeit und die Geschmackschemie von Lebensmitteln messen. Zugleich nehmen Mikrophone die Kiefergeräusche auf.

Mit den Daten wird anschließend der Simulator gefüttert, bevor er in den Mund kommt. Motoren sorgen dafür, dass den Zähnen der zum simulierten Essen gehörende Widerstand entgegengesetzt wird. Tuben mit Geschmacksstoffen geben süße, saure, salzige und bittere Substanzen sowie den Geschmack von Umami in einer passenden Kombination ab. Ein Lautsprecher sorgt für die dazugehörigen Essgeräusche.

"Der Lebensmittel-Simulator ist die erste Technologie ihrer Art", sagt Iwata. Damit sei nach Augen, Ohren, Tastsinn und Nase die letzte Grenze der virtuellen Realität überschritten. Das neue Gerät sei ideal für Lebensmitteldesigner oder könne einfach nur zum Spaß benutzt werden, erklärt Iwata.

Was die Forscher so unter Spaß verstehen, wurde bei der Entwicklungsarbeit klar. Die meisten Lacher habe es gegeben, als sich im Mund einer Versuchsperson der simulierte Keks mitten im Biss in Marmelade verwandelte.



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