Vogelgrippe H5N1 in Polen

H5N1 macht auch vor den östlichen Nachbarn nicht Halt. Zwei infizierte Schwäne sind die ersten Vogelgrippe-Fälle in Polen. Überraschend ist ihr Fundort. In China starb derweil der neunte Mensch nach einer H5N1-Infektion.


Zwei Schwäne, die am Donnerstag tot an einem Flussufer gefunden wurden, trugen den Vogelgrippe-Erreger H5N1 in sich. Das teilte der Direktor des nationalen Veterinär-Forschungsinstituts, Tadeusz Wijaszka, mit. Die Tiere seien in Torun, rund 200 Kilometer nordwestlich von Warschau und damit etwa in der Mitte des Landes, entdeckt worden. Dies ist der erste Nachweis von H5N1 in Polen. Der Fundort liegt allerdings nicht in der Nähe der deutschen Grenze. Experten hatten ein Auftreten von Vogelgrippe besonders an der polnischen Ostseeküste und an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern für wahrscheinlich gehalten.

Proben der verendeten Tiere wurden an das EU-Referenzlabor in Großbritannien geschickt. "Es ist sicher, dass es sich um H5N1 handelt", sagte Jan Zmudzinski vom staatlichen tierärztlichen Institut.

In Weybridge solle diese Diagnose noch einmal bestätigt werden. Auch ob es sich um die aggressive Asia-Variante handelt, muss noch geklärt werden.

In Deutschland war am Wochenende erstmals in Niedersachen ein H5N1-Fall bei Wildvögeln bestätigt worden. Es ist das sechste Bundesland, das von der Tierseuche betroffen ist.

Nach dem ersten Vogelgrippefund in einer deutschen Großstadt verzögert sich das Ergebnis der Virusuntersuchung weiter. Ob die am Mannheimer Industriehafen gefundene Wildente mit der hochgefährlichen asiatischen Variante des Virus H5N1 infiziert war, werde erst am Dienstag oder Mittwoch feststehen, kündigte eine Sprecherin der Stadt an. Ursprünglich war das Ergebnis bereits für das Wochenende, spätestens jedoch für den heutigen Montag angekündigt worden.

Neunter Mensch stirbt in China an H5N1

Derweil haben die chinesischen Behörden bekanntgegeben, dass vergangene Woche ein 32-jähriger Mann aus der Provinz Guangdong nach einer Infektion mit H5N1 gestorben ist. Damit steigt die offizielle Zahl am Vogelgrippe-Erreger erkrankter Menschen in China auf 15 an. Den Mann aus Guangdong eingeschlossen, starben neun der Infizierten. Das Opfer soll erkrankt sein, nachdem er einen Markt in der Provinzhauptstadt Guangzhou besucht hat, meldet die BBC.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrug die Zahl der seit 2003 an Vogelgrippe gestorbenen Menschen Anfang März 94.

stx/AP/dpa





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