Vogelgrippe-Verdacht Nutztierbestand in Bayern gekeult

Erster Vogelgrippe-Verdachtsfall bei Nutztieren in Bayern: Das Geflügel eines kleinen oberfränkischen Betriebs wurde in der Nacht vorsorglich getötet, weil ein Influenza-A-Schnelltest positiv war. Ob die Enten das gefährliche H5N1-Virus in sich trugen, ist noch nicht erwiesen.

Ob die Jungenten in dem Betrieb im Landkreis Lichtenfels tatsächlich an Vogelgrippe verendet sind, ist noch unklar. Nach dem Tod von sieben Tieren wurden deren Kadaver im bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf den Grippevirenstamm Influenza A geprüft. Die ersten Schnelltests fielen positiv aus.

Es handelt sich um den ersten Verdachtsfall bei Nutztieren in Bayern. Der gesamte Bestand wurde gekeult. Dies entspricht den üblichen Vorsichtsmaßnahmen in der Tierseuchen-Bekämpfung.

Die Proben der Enten wurden per Kurier ins Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems geschickt. Dort wird nun untersucht, ob die Tiere mit dem Vogelgrippe-Erreger H5N1 infiziert waren - oder mit einer anderen Influenza-Variante. Zu SPIEGEL ONLINE sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking, die Forscher bemühten sich um eine schnelle Diagnose. Bis zum Nachmittag wolle man sagen können, ob die sieben Tiere H5N1 in sich trugen.

Nähere Angaben zu dem betroffenen Betrieb machte das Verbraucherschutzministerium nicht, nur dass die Größe des Tierbestandes in einem "überschaubaren, kleineren Rahmen" sei. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa handelt es sich um 200 bis 300 betroffene Vögel.

Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) will am Nachmittag gemeinsam mit dem Regierungspräsidenten von Oberfranken, dem Lichtenfelser Landrat sowie dem Leiter des Geflügelpest-Krisenstabs am bayerischen Verbraucherschutzministerium in Erlangen weitere Details über den Verdachtsfall bekannt geben.

Ministeriumssprecher Roland Eichhorn sagte der Nachrichtenagentur AP, man hoffe, dann Klarheit über den Fall zu haben. Seinen Angaben zufolge wurden die Enten erst vor kurzem an den Betrieb geliefert. Die Jungtiere stammten aus einem Betrieb in Niedersachsen, sagte der Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes für Geflügelwirtschaft, Christof Schwab. Dort sei aber bislang kein Verdachtsfall festgestellt worden.

Schwab vermutete daher, dass die Ansteckung erst in Oberfranken erfolgt ist. In dem betroffenen Betrieb seien jeweils zur Hälfte Hühner und Enten gehalten worden. Ein Sprecher des Geflügelwirtschaftsverband äußerte die Hoffnung, dass es sich bei dem Grippevirus nicht um das gefährliche H5N1 handele. Denn die Hühner seien nicht erkrankt, obwohl sie für den Erreger anfälliger seien.

"Wir haben bisher einen Anfangsverdacht", sagte ein Ministeriumssprecher. Er sagte aber auch, dass es im vergangenen Jahr in Bayern 40 Proben von Hausgeflügel mit Geflügelpestverdacht gegeben habe, der sich dann in keinem der Fälle bestätigt habe.

Im Februar hatte sich der Verdacht auf eine Vogelgrippe-Infektion bei einer Ente in einem Kleinbetrieb in Putbus auf Rügen nicht bestätigt. Dort waren 106 Enten und Hühner vorsorglich getötet worden.

stx/AP/dpa/rtr

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