Waffentechnik Polnischer Erfinder entwickelt schonendes Geschoss

Mit der Wucht eines kräftigen Faustschlags soll eine neuartige Pistolenkugel Flugzeugentführer ausschalten. Konstruiert hat das Projektil ein polnischer Waffentechniker.


Bedarf an schonender Munition: Flugpolizisten (bei einer Übung)
DPA

Bedarf an schonender Munition: Flugpolizisten (bei einer Übung)

Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus bekommt die Welt nun auch aus Polen. In der Küche seiner Wohnung in der Stadt InowrocIaw (Hohensalza) tüftelte Wojciech Stecki eine Aufsehen erregende Erfindung aus: eine Pistolenkugel, die nicht tötet und auch kein Metall durchschlägt. Jetzt preist er sie zur Abwehr von Flugzeug-Entführern an.

Das Geschoss hat die Wucht eines kräftigen Fausthiebs. Nur aus sehr kurzer Entfernung abgefeuert kann es schwer verwunden oder gar töten. Möglich wird diese Art der Terroristenbekämpfung dank einer neuartigen Konstruktion der 9-mm-Parabellum-Kugel, über deren genaue Beschaffenheit sich der Erfinder wegen eines laufenden Patentverfahrens noch ausschweigt. Der neue Munitionstyp kann auch mit Pistolen verschossen werden, ohne dass es zu den gefürchteten Ladehemmungen kommt.

Andere Waffentechniker hatten zwar auch Geschosse entwickelt, die nicht töten, zum Beispiel Gummikugeln. Die konnten bisher aber nur in großkalibrigen Waffen eingesetzt werden oder in Revolvern, die jedoch mechanisch nachladen und nur fünf bis sechs Kugeln in der Trommel haben. Steckis selbstladende 9-mm-Parabellum dagegen kann auch in Pistolenmagazinen mit bis zu 18 Schuss verwendet werden.

"Ich habe sozusagen aus einem Oldtimer einen Rennwagen gemacht", sagt der Erfinder, der die Uno, die Kfor im Kosovo oder auch künftige internationale Sicherheitstruppen in Afghanistan für seine Erfindung begeistern will. Die magische Kugel soll jetzt von der polnischen Polizei und der Militärakademie untersucht werden; auch die Munitionsfabrik Mesko zeigt Interesse.



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