Wasser auf dem Mars Hinweise ja, Beweise nein

Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz stellten Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde ihre Erkenntnisse zu Wasservorkommen auf dem Mars vor. Nach Auswertung von Satellitenbildern haben sie nach eigenen Angaben Hinweise auf fließendes Oberflächenwasser, Bilder von Quellen oder Seen konnten sie jedoch nicht präsentieren.

Er hoffe, die Journalisten seien nach den Spekulationen der vergangenen Tage nicht enttäuscht über die Ergebnisse, die er vorstellen werde, erklärte Michael Malin zu Beginn einer eilig angesetzten Nasa-Pressekonferenz. Sie war einberufen worden, nachdem am Mittwoch weltweit Berichte über mögliche oberirdische Wasservorkommen auf dem Mars für Furore gesorgt hatten.

Eigentlich sollte ein Artikel von Malin und seinem Nasa-Kollegen Kenneth Edgett zu den neuen Mars-Beobachtungen erst im "Science"-Magazin  vom 30. Juni abgedruckt werden. Durch das weltweite Interesse sah sich "Science" genötigt, das Papier der beiden Nasa-Forscher bereits eine Woche früher als geplant zu veröffentlichen.

Diese hatten hochauflösende Bilder der Mars Orbiter Camera der Sonde Mars Global Surveyor ausgewertet. Den Forschern zufolge zeigt die Planetenoberfläche vor allem an einigen Stellen der südlichen Hemisphäre junge geologische Formationen, die nahe legen, dass dort flüssiges Wasser entlang geflossen ist. Ähnlichkeit mit Formationen auf der Erde, bei denen Auswaschung durch Wasser eine Rolle spielt, lassen es unwahrscheinlich erscheinen, so Malin und Edgett, dass die beobachteten Landschaftsformen ohne das Vorhandensein von Flüssigkeit entstanden sind. Dass die Kanäle außerdem noch nicht sehr alt sind, beweisen demnach fehlende Unterbrechungen der Rinnen, wie Krater oder Dünen.

Die gefundenen Landschaftsformen unterschieden sich deutlich von den Kanälen, die bereits durch frühere Marssonden entdeckt wurden Diese hätten weitaus mehr Ähnlichkeit mit Landschaftsformen auf dem Mond und auf der Erde, die durch Trockenheit entstanden sind.

Wie groß das Volumen des Wassers ist, das für die Entstehung der neu beobachteten Rinnen verantwortlich war, ist nach Angaben der Nasa-Wissenschaftler noch unklar. Mindestens einige tausend Kubikmeter seien jedoch in jedem Fall im Spiel gewesen. In einigen Bereichen könne die Zahl jedoch auch um den Faktor 100 höher gelegen haben.

Ein endgültiger Beweis für Wasser an der Marsoberfläche ist auch in den jüngsten Ergebnissen nicht enthalten. Keines der Bilder zeigt oberirdische Quellen oder Seen. Die Nasa-Wissenschaftler halten es jedoch für sehr wahrscheinlich, dass Wasser für die Spuren im Sand des roten Planten verantwortlich ist. Man habe nun ein weiteres Teil des Puzzles eines neuen Bildes vom Mars, an dem man seit zwei Jahren arbeite, so Malin. Das sei "sehr aufregend."

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