Regierungspläne USA verdoppeln Klimaziel für 2030

Auf einem virtuellen Klimagipfel will US-Präsident Joe Biden mit neuen Zahlen glänzen. Vorab gab die Regierung bekannt, die Anstrengungen beim Klimaschutz deutlich zu erhöhen.
US-Präsident Biden: Neue Emissionsziele vorgelegt

US-Präsident Biden: Neue Emissionsziele vorgelegt

Foto: Joshua Roberts / Getty Images

Die Pläne des neuen US-Präsidenten, sich verstärkt dem Kampf gegen die Klimakrise zu widmen, nehmen Gestalt an: Kurz vor dem Start eines von Joe Biden für Donnerstag und Freitag angesetzten Klimagipfels, kündigte das Weiße Haus neue nationale Emissionsziele an.

Bis 2030 wollen die USA den Ausstoß von Treibhausgasen um 50 bis 52 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern. Das »ehrgeizige neue Ziel« des Präsidenten gebe der US-Regierung einen bedeutenden Hebel, um im Ausland auf Klimaschutzmaßnahmen zu drängen, erklärte ein Beamter der Regierung.

Wenn die Zahlen auch offiziell der Uno gemeldet sind, erfüllt die Biden-Regierung damit eine Vorgabe des Pariser Klimaabkommens von 2015. Es sieht vor, dass Mitglieder ihre Klimaziele alle fünf Jahre nachbessern. Allerdings formt sich in den USA bereits Widerstand gegen mehr Klimaschutz.

EU hat ambitionierte Ziele

Die USA hatten sich 2015 unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama darauf festgelegt, bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent unter den Wert von 2005 zu senken. Nachdem Donald Trump zwischenzeitlich aus dem Abkommen ausgetreten war, setzt Nachfolger Biden durch den Wiedereintritt und die Verdopplung der ursprünglichen Ziele ein Zeichen.

Zuvor hatten nicht nur Umweltschützer, sondern auch zahlreiche große Unternehmen die Regierung gedrängt, ambitionierte Klimaziele vorzulegen.

Auch mit den neuen Zusagen fallen die USA jedoch im Vergleich mit anderen Weltregionen zurück. Am Mittwoch hatte die EU erstmals ein Klimagesetz verabschiedet, dass CO2-Minderungen von mindestens 55 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 1990 vorsieht. Großbritannien verpflichtet sich bis 2035 sogar 78 Prozent Treibhausgase im Vergleich zum Niveau von 1990 einzusparen, das verkündete Premier Boris Johnson am Dienstag.

Biden plant eine Reihe ehrgeiziger Gesetze, um die Vorgaben zu erfüllen. Unter anderem soll die Öl- und Gasindustrie mit strengeren Auflagen belegt werden, Autohersteller und -käufer sollen Anreize erhalten, auf E-Fahrzeuge umzusteigen, Hunderttausende amerikanischer Häuser sollen besser gedämmt werden.

Geplant ist zudem, die US-Energiekonzerne zu verpflichten, mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. In der neuen US-Regierung ist man davon überzeugt, dass nur so ein weiterer Anstieg der Erdtemperatur über den gefährlichen Wert von 1,5 Grad Celsius hinaus verhindert werden kann.

Allerdings ist unklar, ob Biden sich im eigenen Land durchsetzen kann: Sowohl in seiner eigenen Partei als auch bei den oppositionellen Republikanern gibt es Widerstände gegen wichtige Teile seiner Klimapläne.

Auf dem für Donnerstag und Freitag angesetzten Klimagipfel will Biden internationale Unterstützung für seinen neuen Kurs gewinnen und andere Nationen motivieren, ihre Anstrengungen für den Klimaschutz zu erhöhen. Bei der virtuellen Zusammenkunft werden 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet.

dpa/stu
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