Datenanalyse Weltbevölkerung wächst langsamer

Das Wachstum der Weltbevölkerung hat sich in den vergangenen 30 Jahren um etwa ein Drittel verringert – wegen sinkender Geburtenraten, so die Entwicklungsorganisation DSW. Doch die Werte zwischen den Ländern variieren stark.
Neugeborene (Archivbild)

Neugeborene (Archivbild)

Foto: Waltraud Grubitzsch/ dpa

Das Wachstum der Weltbevölkerung hat sich in den vergangenen 30 Jahren um etwa ein Drittel verringert. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten neuen Bericht der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover hervor. Grund für die Entwicklung sei eine gesunkene Geburtenrate. Sie ging von 3,2 Kindern je Frau 1990 auf heute durchschnittlich 2,3 Kinder pro Frau zurück, wie die Stiftung mitteilte .

Zwischen den Ländern variieren die Werte jedoch stark. So verzeichnen die afrikanischen Staaten südlich der Sahara laut DSW mit 4,7 die aktuell höchste Geburtenrate der Welt. In Ländern mit hohem Einkommen liege sie dagegen durchschnittlich bei 1,8. Ein besonderes Problem gebe es in Ländern mit einem Mangel an modernen Verhütungsmitteln und vielen Teenagerschwangerschaften, erklärten die Fachleute.

Die aktuelle Gesamtzahl der Menschen auf der Welt beziffern sie in ihrem neuen Datenreport für 2021 auf etwa 7,9 Milliarden. Die Stiftung forderte einen verstärkten internationalen Kampf gegen ungewollte Teenagerschwangerschaften. »Wegen früher Schwangerschaften geraten Tausende Mädchen jedes Jahr in eine Armutsspirale«, sagte Geschäftsführer Jan Kreutzberg.

In Deutschland machen den Angaben zufolge Schwangerschaften bei Mädchen jährlich nur ein Prozent aller Geburten aus. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara hingegen seien 16 Prozent der Geburten auf Teenagerschwangerschaften zurückzuführen. Etwa die Hälfte der Frauen, die dort eine Schwangerschaft vermeiden wolle, habe keinen Zugang zu Verhütungsmittel, so Kreutzberg. Wenn Jugendliche aber nicht wählen könnten, ob sie ein Kind bekämen, werde ihnen damit das Selbstbestimmungsrecht verwehrt.

Die DSW ist eine Entwicklungshilfeorganisation. Sie konzentriert sich nach eigenen Angaben vor allem auf die Bereiche Gesundheit, Familienplanung und Gleichberechtigung. Eines ihrer Kernziele ist dabei, jungen Menschen zu »selbstbestimmten Entscheidungen« über ihre Sexualität und Verhütung zu verhelfen. Sie kooperiert mit einer weiteren Organisation namens World Population Bureau, beide veröffentlichen gemeinsam regelmäßig Daten und Berichte.

wit/dpa/AFP
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