»Doomsday Clock« Hundert Sekunden noch bis zum Weltuntergang

Coronavirus, Klimawandel oder Kriege: Die Macher der symbolischen Weltuntergangsuhr sehen die Erde auch 2021 stark gefährdet. Die Menschheit steckt weiter in einem extrem gefährlichen Moment fest, hieß es.
Forscher bei der Enthüllung der Weltuntergangsuhr

Forscher bei der Enthüllung der Weltuntergangsuhr

Foto: Thomas Gaulkin / Bulletin of the Atomic Scientists

Im dritten Jahr in Folge haben führende Wissenschaftler die Zeiger der sogenannten »Weltuntergangsuhr« symbolisch auf 100 Sekunden vor Mitternacht stehen lassen. Es habe im vergangenen Jahr zwar Hoffnungsschimmer gegeben, hieß es von den Veranstaltern, dem »Bulletin of the Atomic Scientists« am Donnerstag in Washington – »aber die Entscheidung bedeutet in keiner Weise, dass die internationale Sicherheitssituation sich stabilisiert hat.

Im Gegenteil: Die Uhr bleibt so nahe wie nie zuvor an einer Apokalypse, die das Ende der Menschheit bedeuten würde, denn die Welt steckt weiter in einem extrem gefährlichen Moment fest.«

2018 und 2019 hatte die Uhr, mit der Forscher auf die Gefahren für die Menschheit und den Planeten aufmerksam machen, jeweils zwei Minuten vor Zwölf angezeigt. 2020 war die Uhr erstmals symbolisch auf 100 Sekunden vor Mitternacht vorgestellt worden. Die Gefahr, dass sich die Menschheit durch einen Atomkrieg oder Klimawandel selbst auslösche, sei so groß wie seit Erfindung der Uhr im Jahr 1947 nicht, hatte es zur Begründung von den Wissenschaftlern geheißen.

»Die Weltuntergangsuhr steht weiterhin gefährlich in der Schwebe und erinnert uns daran, wie viel Arbeit notwendig ist, um einen sichereren und gesünderen Planeten sicherzustellen«, erklärte die Präsidentin der Organisation, Rachel Bronson. »Wir müssen die Zeiger der Uhr weiter von Mitternacht wegdrücken.«

Derzeit müsse man in Sekunden und nicht mehr in Stunden oder Minuten darstellen, wie nahe die Welt an einer Katastrophe sei. Als besonders gefährliche Faktoren sehen die Wissenschaftler neben der Coronavirus-Pandemie vor allem die Möglichkeit eines Atomkrieges, den Klimawandel und digitale Falschinformationen an.

Die sogenannte Weltuntergangsuhr soll Gefahren für die Erde und die Menschheit visualisieren. Je nachdem wie die Macher die globalen Gefahren einschätzen und ob sie zu- oder abnehmen, wird die Uhr vor- oder zurückgestellt. Am weitesten entfernt von ihrer Selbstzerstörung war die Welt in den vergangenen Jahrzehnten demnach 1991, also kurz nach Ende des Kalten Krieges.

Damals zeigte die Uhr 17 Minuten vor zwölf an. Das »Bulletin of the Atomic Scientists« ist eine Organisation, die ein gleichnamiges Fachmagazin herausgibt, das 1945 vom Physiker Albert Einstein und Wissenschaftlern der Universität von Chicago gegründet worden war.

joe/dpa/AFP

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