WHO-Studie Sars-Virus ist ungewöhnlich robust

Das Virus, das die Lungenkrankheit Sars hervorruft, ist laut Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation robuster als angenommen. Demnach kann der Erreger sogar auf Plastikflächen über 24 Stunden überleben.




Mit Sars infizierte Zellen: Widerstandsfähiger als gedacht
DPA

Mit Sars infizierte Zellen: Widerstandsfähiger als gedacht

Der Sars-Erreger ist wesentlich widerstandsfähiger als andere Viren der gleichen Familie, hat eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergeben. Deshalb könne der Erreger nicht nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, sondern überlebe beispielsweise bei Zimmertemperatur auf Plastikoberflächen mehr als 24 Stunden lang.

"Auch kalte Temperaturen von unter null Grad können ihm kaum etwas anhaben", sagte die Sars-Expertin Maria Ching am Montag in Genf. Allerdings verträgt das Virus nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler keine Hitze. Offenbar kann es Temperaturen von über 56 Grad Celsius nicht überstehen.

Im menschlichen Stuhlgang kann sich der Erreger sogar bis zu vier Tage halten, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen, an den 13 internationale Laboratorien beteiligt sind. "Die gute Nachricht ist, dass sich das Sars-Virus mit gewöhnlichen Desinfektionsmitteln abtöten lässt, wie wir jetzt herausgefunden haben", erklärte Ching.

Nach Meinung der WHO-Expertin könnten die neuen Erkenntnisse eine wirkungsvolle Bekämpfung der lebensgefährlichen Lungenentzündung beschleunigen. Auch die Vorbeugung lasse sich zukünftig einfacher gestalten, "da wir ja jetzt wissen, wie sich das Virus überträgt und dass es mit einfachen Desinfektionsmitteln abgetötet werden kann", so Ching.

Wie lange es dauern werde, bis der Erreger ganz ausgerottet ist, sei allerdings völlig unklar, sagte Ching. "Jedoch zeigt uns das Beispiel Vietnam, wo Sars unter Kontrolle gebracht werden konnte, dass das Virus auf jeden Fall eingegrenzt werden kann."



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