William Knowles "Großmanager der Wissenschaft"

Mitunter ziehen zwischen einer bahnbrechenden Entdeckung und der Verleihung des verdienten Nobelpreises viele Jahre ins Land. William Knowles, seit langem im Ruhestand, ist ein gutes Beispiel dafür.


Nobelpreisträger Knowles: Exzellente Vorträge
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Nobelpreisträger Knowles: Exzellente Vorträge

Der Amerikaner William S. Knowles ist mit seinen 84 Jahren der älteste im Trio der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger. Seine bahnbrechenden Entdeckungen, die vor allem zur industriellen Herstellung des Medikaments L-Dopa für Parkinson-Kranke führten, gelangen ihm bereits vor 33 Jahren. Den Durchbruch schaffte er bei der Firma Monsanto in St. Louis (US-Staat Missouri). Schon seit 15 Jahren lebt der Wissenschaftler im Ruhestand.

"Knowles hat als Erster die Technik der asymmetrischen Hydrierung in der Industrie eingesetzt", erläutert Dieter Enders vom Institut für Organische Chemie der RWTH Aachen. Die entscheidenden Entdeckungen machte er 1968. Robert Schlögel, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, bezeichnet Knowles als einen "Großmanager der Wissenschaft", der exzellente Vorträge halte und Menschen in seinen Bann ziehe.

Knowles promovierte 1942 an der Columbia Universität. Er und sein japanischer Kollege Ryoji Noyori gelten als "Zwillingspärchen in der Forschung". Gemeinsam wurden sie jetzt - mit dem Amerikaner Barry Sharpless - für Arbeiten geehrt, die auch Grundlage für viele andere Medikamente wie Antibiotika oder Herzmittel sind.



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