Wirre Thesen US-Politiker begegnet Klimawandel mit der Bibel

Der Klimawandel ist kein Grund zur Sorge, denn nur Gott kann die Welt zerstören: Diese These des US-Abgeordneten John Shimkus sorgt jetzt für Schlagzeilen - denn er will ausgerechnet Chef des Energie- und Handelsausschusses im Repräsentantenhaus werden.
Kongressabgeordneter Shimkus: "Der Mensch wird die Erde nicht zerstören."

Kongressabgeordneter Shimkus: "Der Mensch wird die Erde nicht zerstören."

Foto: Jeff Roberson/ AP

Er hofft auf den Chefsessel des Energie- und Handelsausschusses im US-Repräsentantenhaus. Doch fraglich ist, ob er mit seinen kruden Thesen so weit kommt: John Shimkus, republikanischer Kongressabgeordneter, ist der Meinung, die Angst vor dem Klimawandel sei komplett unbegründet.

Das alleine ist nicht allzu ungewöhnlich - Shimkus gehört in dieser Hinsicht zu einem in den USA nicht gerade seltenen Politikertypus. Doch er beruft sich dabei nicht auf wissenschaftliche, ja nicht einmal auf pseudowissenschaftliche Daten - sondern auf die Bibel und auf Gott. Der Klimawandel werde unseren Planeten nicht zerstören, konstatierte der Republikaner jüngst im US-Kongress. Denn Gott habe Noah versprochen, so etwas würde nach der großen Flut nie wieder geschehen.

Die Sätze fielen bereits im März 2009 in einer Anhörung des Energie-Unterausschusses des Repräsentantenhauses, in der es um Energie- und Umweltfragen ging. Doch erst jetzt, dank der Video-Website YouTube , wurde der Vorgang bekannt - und beschäftigt zahlreiche amerikanische und britische Zeitungen. Der Fall erinnert damit an die Affäre um die US-Republikanerin Christine O'Donnell, die sich als Anhängerin der Hexerei outete - in einem Video von 1999, das ebenfalls erst vor kurzem bekannt wurde.

Shimkus zitierte aus Kapitel 8, Vers 22 des 1. Buch Mose: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." Nur Gott entscheide, wann es mit der Menschheit zu Ende gehe. "Der Mensch wird diese Erde nicht zerstören", sagte Shimkus - als ob irgendjemand das je behauptet hätte.

Sein Verständnis von der Bibel sei eine Bestätigung für ihn, dass die Regierung sich nicht in die Diskussion um steigende Treibhausgasemissionen einzubringen brauche, sagte der Abgeordnete weiter. "Für mich ist die Bibel das letzte Wort Gottes", so Shimkus. "Und ich glaube daran, dass Gott sagte, die Erde würde nicht von einer Flutkatastrophe zerstört werden."

Ob er aber an den Klimawandel glaube? Immerhin: "Nach meiner Reise nach Grönland lautet die Antwort: ja", sagte Shimkus. "Das Klima verändert sich. Die Frage dreht sich aber eher um Kosten und Nutzen und darum, ob es Sinn macht, die Steuerzahler für etwas zahlen zu lassen, was man nicht mehr aufhalten kann, weil diese Veränderungen schon immer geschehen."

Shimkus ist einer der vier republikanischen Anwärter auf den Chefsessel des Energie- und Handelsausschusses. Seine größten Konkurrenten werden aller Wahrscheinlichkeit nach der Repräsentant Joe Barton und der Kongressabgeordnete Fred Upton sein. Es ist nicht das erste Mal, dass Shimkus mit seinen Äußerungen für Verwunderung sorgt: Im Mai 2007 verglich er den Irak-Krieg mit einem Baseball-Spiel zwischen seinem Lieblingsteam, den St. Louis Cardinals, und den Chicago Cubs.

cib
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