Wissenschaft 2011 Super-GAU, Seuchen und eine zweite Erde

Für Wissenschaftler war 2011 ein Jahr des Grauens - und der Hoffnung. Japans Atomkatastrophe erschütterte die Welt, die Ehec-Seuche verunsicherte die Deutschen. Es gab aber auch Erfolge im Kampf gegen Aids und Malaria, sogar Anzeichen einer zweiten Erde wurden entdeckt. Ein Rückblick.
Kepler-22b im Größenvergleich: Gibt es Leben auf dem Exoplaneten?

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Foto: AFP/ NASA

Das Jahr 2011 stand im Zeichen der Gesundheit - im Guten wie im Schlechten. In Deutschland kam es gleich im Januar zum Dioxin-Skandal: Hühner hatten vergiftetes Futter gefressen, Menschen verzehrten belastete Eier und Fleisch. Im Mai folgte die Ehec-Epidemie: Rund 4300 Menschen zogen sich die aggressiven Darmkeime zu, fast 900 erkrankten am gefährlichen HU-Syndrom, mehr als 50 Patienten starben.

Am anderen Ende der Welt kam es derweil zu einer ungleich größeren Katastrophe: Im März löste ein Erdbeben in Japan Tsunamis aus, die rund 16.000 Menschen in den Tod rissen und das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi beschädigten. In dem AKW kam es zur Kernschmelze und zum schwersten nuklearen Unfall seit Tschernobyl.

Auch in den Labors tat sich Beeindruckendes: Forscher entwickelten den ersten wirksamen Impfstoff gegen Malaria - eine Krankheit, die immer noch fast 800.000 Menschen pro Jahr tötet. Ebenfalls 2011 gelang ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Deutlich umstrittener war dagegen die Züchtung eines Supervirus, das ansteckend ist wie die Schweinegrippe und tödlich wie die Vogelgrippe.

Weniger beeindruckend verlief das Geschehen in den Konferenzräumen von Durban: Beim Uno-Klimagipfel - dem 17. seiner Art - kam es in Südafrika zu einem Kompromiss, der dem internationalen Klimaschutz kaum neue Impulse gab - und das in einem Jahr, in dem die Weltbevölkerung die Sieben-Milliarden-Grenze überschritten und mehr Treibhausgase ausgestoßen hat als jemals zuvor.

Erfolge gab es dagegen fernab aller irdischen Debatten: Astronomen entdeckten in den Tiefen des Alls gleich mehrere Planeten, die Leben beherbergen könnten. Am Kernforschungszentrum Cern haben Physiker derweil ein Experiment durchgeführt, das bis heute Rätsel aufgibt: Neutrinos waren offenbar schneller als das Licht.

SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahres 2011.

mbe
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