Neun Hiebe auf den Kopf König Richard III. starb qualvoll

Britische Forscher haben den Tod von König Richard III. rekonstruiert. Der Feldherr verlor anscheinend in der Schlacht Helm und Pferd und kämpfte schwer verletzt bis zum letzten Atemzug.
Detailarbeit: Britische Forscher untersuchen das Skelett von Richard III.

Detailarbeit: Britische Forscher untersuchen das Skelett von Richard III.

Foto: DARREN STAPLES/ REUTERS

Britische Wissenschaftler haben die genauen Todesumstände von Englands König Richard III. auf dem Schlachtfeld von Bosworth am 22. August 1485 rekonstruiert: Der damals 32-Jährige wurde anscheinend von mehreren Angreifern mit Schwertern, Dolchen und Äxten attackiert, nachdem sein Pferd im Morast steckengeblieben war. Schwer verletzt wehrte sich der König gegen die Attacken - bis ein Schwert seinen Kopf spaltete. Das schreiben die Forscher im Wissenschaftsjournal "Lancet".

Insgesamt elf Verletzungen zählten die Forscher mit Hilfe von Computermodellen an dem Skelett, neun davon am Kopf. "Er hatte am Ende wahrscheinlich große Schmerzen", sagte Studienleiterin Sarah Hainsworth von der Universität Leicester. "Was immer Leute über ihn denken mögen: Er kämpfte tapfer bis zu seinem Tod."

Die Wunden am Kopf deuteten darauf hin, dass Richard III. keinen Helm mehr trug als er starb. Eine Rüstung habe er aber vermutlich noch angehabt, sonst hätte er auch Verletzungen an Armen und Händen davongetragen.

"Ein lebender Ex-König wäre eine Blamage gewesen"

Das Skelett des Königs war im September 2012 bei Bauarbeiten unter einem Parkplatz in der mittelenglischen Stadt Leicester ausgegraben worden. Bis 2013 eine DNA-Analyse Gewissheit brachte, war nicht klar gewesen, um wessen sterbliche Überreste es sich bei den Knochen handelte.

Im März 2015 sollen die Gebeine von Richard III. erneut beigesetzt werden - in der Kathedrale von Leicester. Um die letzte Ruhestätte des Königs hatte es ein Tauziehen gegeben. Weitläufige Nachfahren hatten den High Court in London eingeschaltet, um zu erreichen, dass der König in der Kathedrale von York beigesetzt wird.

Richard III. hatte sich im Jahr 1483 gewaltsam die Macht angeeignet, sollte aber nur zwei Jahre regieren. Er war der letzte englische König, der auf dem Schlachtfeld starb.

"Selbst wenn seine Verletzungen heilbar gewesen wären - dass Gegner Gnade zeigen, war damals sehr unwahrscheinlich", sagte Steven Gunn, Dozent für Geschichte an der Oxford Universität. "Ein lebender Ex-König wäre eine Blamage gewesen."

Richard III. wurde nach seinem Tod hastig in der Nähe einer später zerstörten Kirche in Leicester beerdigt. Auf seinem Grab entstand in der Neuzeit ein Parkplatz. Der Tod des Königs kennzeichnet das Ende der Herrscherdynastie der Plantagenet, die zuvor 300 Jahre regiert und zahlreiche Thronfolgekriege ausgetragen hatten.

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vet/Reuters/AP
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