Wissenschaftsstreit Werft den "Irischen Riesen" ins Meer!

Nun also doch? 200 Jahre steht das Skelett des sogenannten Irischen Riesen in einem Londoner Museum. Jetzt fordern Wissenschaftler, den letzten Willen des Toten zu respektieren und seine Leiche im Meer zu bestatten. Doch der Museumsdirektor stellt sich quer.

Riesen-Skelett im Hunterian Museum: Geschichte "moralisch korrigieren"
AFP/Hunterian Museum at the Royal College of Surgeons

Riesen-Skelett im Hunterian Museum: Geschichte "moralisch korrigieren"


London - Ein bizarrer Streit erhitzt die Gemüter im britischen Museumsbetrieb: In seinem letzten Willen verfügte der im 18. Jahrhundert als "Irischer Riese" bekannt gewordene Charles Byrne, nach seinem Tod im Meer bestattet zu werden. Doch bis heute wird das Skelett des 2,30 Meter großen Mannes im Museum ausgestellt. Darüber erzürnen sich jetzt hochrangige Wissenschaftler.

Der Londoner Medizinethiker Len Doyal und der irische Jurist Thomas Muinzer fordern nun in einem Artikel der Fachzeitschrift "British Medical Journal", den letzten Willen des "Irischen Riesen" doch noch zu erfüllen. "Als Zeichen des Respekts für Byrnes letzten Willen sollte sein Skelett auf See als Teil einer Gedenkfeier begraben werden", heißt es in dem Artikel.

Der Direktor des Hunterian-Museums, Sam Alberti, wies die Forderungen jedoch zurück. Das Skelett sei für Bildungs- und Forschungszwecke von großem Wert und müsse deshalb erhalten und weiter im Museum ausgestellt werden.

Der junge Ire Byrne war Ende des 18. Jahrhunderts von Littlebridge in Irland nach London gekommen und dort wegen seiner außergewöhnlichen Körpergröße berühmt geworden. Byrne, der 1783 im Alter von 22 Jahren gestorben war, habe schon zu Lebzeiten gefürchtet, als Ausstellungsstück des Chirurgen John Hunter zu enden, heißt es in dem Artikel. Deshalb habe er verfügt, nach seinem Tod im Ärmelkanal versenkt zu werden.

Doch der Chirurg Hunter bestach die Freunde des Toten und sicherte sich so die Leiche, die er anschließend kochte, bis nur noch das Skelett übrig blieb - so machte er Byrne zur Hauptattraktion seiner anatomischen Sammlung. Derzeit wird das Skelett des Hünen im Hunterian-Museum in London gezeigt.

Die Geschichte könne zwar nicht rückgängig gemacht, aber zumindest "moralisch korrigiert" werden, meinen Doyal und Muinzer nun rund 200 Jahre nach der verhinderten Seebestattung. Schließlich sei die DNA des Mannes entnommen worden und könne für weitere Forschungszwecke eingesetzt werden.

vks/AFP

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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
XRay23 21.12.2011
1.
Zitat von sysopNun also doch? 200 Jahre steht das Skelett*des sogenannten Irischen Riesen in einem Londoner Museum. Jetzt fordern Wissenschaftler, den letzten Willen des Toten zu respektieren und seine*Leiche*im Meer zu bestatten. Doch der Museumsdirektor stellt sich quer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,805229,00.html
Moralisch korrigiert? Was soll denn dieser Unsinn, der Mann ist seit 200 Jahren tot, es wird ihn wohl kaum stören wo seine Knochen herumliegen. Die wenigsten Toten interessieren sich nach ihrem ableben für Ihre Körper.
sukowsky, 21.12.2011
2. Die Sensationsgier muss enden
Zitat von sysopNun also doch? 200 Jahre steht das Skelett*des sogenannten Irischen Riesen in einem Londoner Museum. Jetzt fordern Wissenschaftler, den letzten Willen des Toten zu respektieren und seine*Leiche*im Meer zu bestatten. Doch der Museumsdirektor stellt sich quer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,805229,00.html
Der letzte Wille sollte unbedingt respektiert werden. Man kann doch einen künstlichen Abdruck veranlassen.
syhiam 21.12.2011
3. ...
Zitat von XRay23Moralisch korrigiert? Was soll denn dieser Unsinn, der Mann ist seit 200 Jahren tot, es wird ihn wohl kaum stören wo seine Knochen herumliegen. Die wenigsten Toten interessieren sich nach ihrem ableben für Ihre Körper.
Sicher dass sie sich nicht für die Körper interessieren? Schonmal mit einem Toten gesprochen oder wie?
tubolix 21.12.2011
4. mit welchem recht ...
... stellen sich irgendwelche museumsdirektoren über den letzten willen eines menschen ?
trafozsatsfm 21.12.2011
5. Nieder mit dem Erbrecht?
Zitat von XRay23Moralisch korrigiert? Was soll denn dieser Unsinn, der Mann ist seit 200 Jahren tot, es wird ihn wohl kaum stören wo seine Knochen herumliegen. Die wenigsten Toten interessieren sich nach ihrem ableben für Ihre Körper.
Nach dem Tod interessiert eigentlich niemanden mehr irgendwas (wenn wir die religiöse Ebene mal außen vor lassen). Nach Ihrer Logik könnte man also Ihr Vermögen nach Ihrem Tod an irgendwelche Leute verteilen oder dem Staat geben, statt es denen zukommen zu lassen, die Sie testamentarisch bestimmt haben (z.B. Ihre Kinder, Verwandten, Freunde oder von Ihnen geschätzte wohltätige Organisationen). Denn schließlich wären Sie ja tot - was sollte es Sie noch interessieren, wo Ihr Geld bleibt? Und was für so etwas Banales wie Geld gilt, sollte doch wohl für den eigenen Körper erst recht gelten! Und dieser Mann hat sich *vor* seinem Tode sehr wohl dafür interessiert, was nach seinem Tod mit seinem Körper geschieht. Und eine solche Willenserklärung sollte man respektieren. Man kann ja für Forschungszwecke einen Abdruck machen und einen einzelnen Knochen für zukünftige Gewebeproben unter Verschluss halten. Aber nur um einen schicken Ausstellungs"gegenstand" zu haben, den Willen des Verstorbenen zu missachten ist schäbig...
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