Zeckengefahr Impfstoff gegen Hirnentzündung wird knapp
Langen - Der milde Winter war nicht nur günstig in Sachen Heizkosten, sondern auch für die Vermehrung von Zecken. Die Medien haben intensiv über die gestiegene Gefahr von Zeckenbissen und der dadurch möglichen Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) berichtet, das Berliner Robert-Koch-Institut hat die Risikogebiete erweitert.
Das Ergebnis: Extrem viele Menschen haben sich gegen die Hirn- oder Hirnhautentzündung impfen lassen. Bislang hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Darmstadt schon rund eine Million Impfdosen mehr freigegeben als im gesamten Jahr 2006. Damals waren es 5,7 Millionen Dosen.
Inzwischen kommt es zu ersten Lieferschwierigkeiten. "Wer heute bestellt, der wird den Impfstoff voraussichtlich nicht vor November bekommen", sagte Irene von Drigalski, Sprecherin des Pharmakonzerns Novartis Behring in Marburg. Das Unternehmen liefere aber bereits bestellte Dosen noch aus. Auch beim zweiten der beiden FSME-Impfstoffhersteller in Deutschland sieht es nicht besser aus: "Die Nachfrage ist enorm stark gestiegen - momentan können wir dem Lieferbedarf in der Tat nicht nachkommen", sagte ein Sprecher der Baxter Deutschland GmbH in Heidelberg.
"Es wird sicher noch etwas nachkommen, aber das kann Wochen dauern", sagte eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts. Im Moment müsse besonders genau hingeschaut werden, wer noch etwas brauche und wer nicht.
"Die Nachfrage ist explodiert", sagte Novartis-Behring-Sprecherin von Drigalski. Sie übersteige die vorhandenen Bestände und Planungen. "Wir haben in diesem Jahr schon fast doppelt so viel produziert wie im Vorjahr." In der laufenden Saison werden noch insgesamt 1,6 Millionen Dosen des Impfstoffs ausgeliefert. Bis zum Sommer 2008 sollen die Produktionskapazitäten bei Novartis Behring weiter ausgebaut werden.
mbe/dpa