Sommerzeit Samstagnacht wird die Uhr umgestellt

Vielleicht ja zum vorvorletzten Mal: Ab Sonntag gilt in Deutschland wieder die Sommerzeit. Das Wochenende wird dadurch eine Stunde kürzer. Das ist ärgerlich - doch es gibt auch Positives.

Er hat das Ende der Zeitumstellung auf die Agenda gesetzt: Jean-Claude Juncker
Virginia Mayo / AP / DPA

Er hat das Ende der Zeitumstellung auf die Agenda gesetzt: Jean-Claude Juncker


Vor oder zurück, wie war das gleich noch mal? In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr von zwei Uhr nachts auf drei Uhr vorgestellt. Das lässt sich leicht mit dem Spruch merken: Im Frühjahr werden die Gartenmöbel VOR das Haus gestellt, im Herbst ZURÜCK. Ab Sonntag gilt dann bundesweit Sommerzeit und das Wochenende ist eine Stunde kürzer.

Wer den Ärger über eine Stunde weniger Freizeit überwunden hat, kann sich darüber freuen, dass es abends länger hell ist. Zudem sollten wir die Sommerzeit genießen, solange wir noch können. Denn schon im Jahr 2021 soll das letzte Mal an der Uhr gedreht werden, darauf hat sich das EU-Parlament geeinigt. Ob danach die ewige Sommer- oder Winterzeit gelten soll, wird heftig diskutiert.

Was für die ewige Winterzeit spricht

Kritiker der Sommerzeit stoßen sich schon an dem Begriff Winterzeit. Denn Winter klingt nach ewiger Dunkelheit und Kälte. Dabei steckt hinter der vermeintlichen Winterzeit doch nur die Normalzeit, aus der die Menschen einmal im Jahr für sieben Monate herausgerissen werden, so das Argument. Die Folge ist eine Art Mini-Jetlag. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK berichtete jeder Vierte in Deutschland, schon einmal Probleme wegen der Zeitumstellung gehabt zu haben. Die meisten litten unter Einschlaf- und Durchschlafstörungen.

Zu den schärfsten Kritikern der ewigen Sommerzeit gehören Eltern und Lehrer. Denn die ewige Sommerzeit würde bedeuten, dass es im Winter eine Stunde später hell wird als jetzt. Der Weg zur Schule würde dadurch gefährlicher. Laut dem Chronobiologen Till Roenneberg trifft dauerhafte Sommerzeit vor allem Teenager. Denn ihre innere Uhr gehe ohnehin nach, was sie zu Langschläfern mache. Schon jetzt sei der Schulstart um acht Uhr morgens für sie gleichbedeutend mit einem Arbeitsbeginn um vier Uhr morgens. Eine ewige Sommerzeit würde das noch verschlimmern.

Was für die ewige Sommerzeit spricht

Durch die Zeitumstellung ist es im Sommer eine Stunde länger hell. Grillen im Sonnenschein bis spät abends ist deshalb kein Problem. Auch im Winter wäre es dann eine Stunde länger hell. Das könnte das Unfallrisiko senken, argumentieren Sommerzeit-Befürworter. Denn bessere Sicht bedeutet weniger Unfälle. Kommt dagegen die ewige Winterzeit, werden die lauen Sommerabende kürzer, argumentieren die Sommerzeit-Befürworter.

Sommer oder Winterzeit - was ist besser? Darauf müssen sich nun die EU-Staaten gemeinsam einigen. Ein Flickenteppich soll möglichst vermieden werden. Mit einer Einigung wird frühestens im Herbst gerechnet. Letztlich soll nach dem Willen des Europaparlaments aber jeder Mitgliedstaat selbst entscheiden können, ob er in zwei Jahren eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen will. In Deutschland könnte dann eine andere Zeitzone gelten als in Frankreich oder Italien.

Anmerkung der Redaktion: Zunächst lautete die Überschrift dieses Artikels "Sonntagnacht wird die Uhr umgestellt". Korrekt ist Samstagnacht. Wir haben den Fehler korrigiert.

koe



insgesamt 170 Beiträge
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goethestrasse 30.03.2019
1. Europa muss einheitlich bleiben
Dafür bin ich bereit, ein paar Tage etwas verwirrt zu sein.
bigroyaleddi 30.03.2019
2. MEZ sollte das Maß aller Zeiteinteilungen sein
Auch ich war mal ein Befürworter einer sommerlichen Zeitumstellung. Wenn wir uns die Zeitumstellungen mal geschichtlich ansehen werden wir feststellen, dass in der Vergangenheit eigentlich immer militärische Gesichtspunkte zu Grunde gelegt wurden. Bei der letzten Umstellung hat man sich eine messbare Energieeinsparung vorgestellt. Das wäre natürlich eine sehr gute Sache gewesen. Aber eben nur Thema Fahradkette, hätte ... Tatsache war dann, dass manchmal sogqr mehr Energie verbraucht wurde. Folglich kann man auch auf diesen gnzen Umstellungszermon gerne verzichten.
kbs68 30.03.2019
3. Umstellung beibehalten!
Es ist doch alles gut so wie es ist. Ich habe weder Lust darauf, dass es im Winter erst um 9 Uhr hell wird, noch dass es im Sommer schon um 4 Uhr hell wird. Die MEZ ist im Winter gut, die Sommerzeit macht die Abende im Sommer länger hell. Nur weil ein paar Nörgler die eine Stunde Umstellung blöd finden, muss die schweigende Mehrheit mal wieder darunter leiden. So ein Blödsinn!
plemo 30.03.2019
4. Griffigster Merkspruch
spring forward, fall back
plemo 30.03.2019
5. Hoffentlich...
...merkt man spätestens, wenn es nicht gelingt, sich auf eine der beiden Zeiten zu einigen, dass die Zeitumstellung doch nicht so überflüssig ist. Sie bringt nämlich alles, was hier im Artikel steht, elegant unter einen Hut. Ohne dass Schulen und andere Einrichtungen "Saison-Öffnungszeiten" einführen müssen. Die man viel schwieriger im Auge behalten könnte, weil dann jeder seinen eigenen Zeitraum benutzt. Für den Biorhythmus wären Saison-Schulstart-Zeiten ohnehin dasselbe in Grün und nichts gewonnen. Nur ist halt, wie gesagt, die Zeitumstellung einfach die elegantere Organisationsform.
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