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Umwelt Mülldeponie Arktis

aus DER SPIEGEL 21/1996

Für die Herstellung ihrer Schwerter, Rüstungen und Münzen haben die Römer vor 2500 bis 1500 Jahren rund 15 000 Tonnen Kupfer pro Jahr geschmolzen. Bis zu 15 Prozent einer Jahresproduktion entwichen dabei unkontrolliert in die Atmosphäre. Rund 800 Tonnen des roten Schwermetalls fielen allein auf das grönländische Eis, wo es französische und amerikanische Geophysiker jetzt im Rahmen des Greenland Ice Core Project nachgewiesen haben. Auch der Höhepunkt chinesischer Metallurgie vor etwa 900 Jahren läßt sich im Eispanzer feststellen. Bis zur industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts gelangten weitere 2000 Tonnen Kupfer nach Grönland. Die moderne Technik, deren globale Emissionen bei 0,25 Prozent einer Jahresproduktion von rund neun Millionen Tonnen liegen, fügte der arktischen Sondermülldeponie bis heute noch einmal 200 Tonnen Kupfer hinzu.

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