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Gestorben Frank Drake, 92

aus DER SPIEGEL 37/2022
Foto: Ramin Rahimian / The Washington Post / Getty Imag

Seit es die Menschheit gibt, fragt sie sich: Sind wir allein im Universum? Die Götter waren jahrhundertelang die Antwort, die Außer­irdischen sind es heute. Sollte eines Tages der Kontakt hergestellt werden, wäre das auch sein Verdienst. Anfang der Sechziger begann Frank Drake, mit einem Radioteleskop in Green Bank in West Virginia den Himmel abzusuchen, um Muster in Radiowellen finden, die Hinweise auf außerirdische Intelligenzen geben sollten. Rasch wurde er einer der wichtigsten amerikanischen Astronomen. Als die Nasa sich in den Siebzigern der Suche nach Außerirdischen widmete, war Drake dabei – er war mitverantwortlich für die goldenen Datenplatten, mit denen die Nasa die Menschheit anderen Intelligenzen vorstellte, sie wurden den Sonden mitgegeben, die das Sonnensystem verlassen. 1984 wurde Drake Leiter des Seti-Projekts (Search for Extraterrestial Intelligence). Es gebe ungefähr 100 Milliarden Sterne, sagte er einmal. Wer außerirdisches Leben finden wolle, müsse rund zehn Millionen Sonnensysteme durch­suchen, bislang sei das nur für einige Zehntausend gelungen. Er war sich sicher, dass der Kontakt klappen würde. »Eines Tages werden von den Sternen irgendwo da draußen Antworten auf die ältesten, wichtigsten und aufregendsten Fragen kommen, die die Menschheit sich je gestellt hat«, schrieb er 1962. Frank Drake starb am 2. September in Aptos in Kalifornien.

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