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Amazonas: So verschwindet der Regenwald

Foto: PAULO SANTOS/ REUTERS

Abholzungsbilanz Brasilien bremst Regenwaldvernichtung

Brasilien hat die neueste Entwaldungsbilanz vorgelegt: Im letzten Jahr wurden so wenig Bäume abgeholzt wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Dennoch geht die Abholzung im Amazonas weiter - und der brasilianische Präsident zeigt sich angesichts des Klimagipfels in Cancún nicht gerade optimistisch.

Regenwald

Amazonasgebiet

Die brasilianische Regierung ist stolz auf ihr Satelliten-Überwachungssystem zum Schutz der Bäume. Deter heißt es und soll dafür sorgen, dass der im nicht gefällt wird. Deter bedeutet auf Englisch so viel wie "jemanden abschrecken". Und genau das tut das System nach Ansicht der Behörden mit Erfolg: Die Beobachtung aus dem All sorge dafür, dass immer weniger Bäume gefällt würden.

Doch die neueste Bilanz zeigt, dass die Abholzung nicht ganz so stark rückläufig ist, wie es sich die Regierung vorgenommen hatte: Insgesamt wurden von August 2009 bis Juli 2010 rund 6450 Quadratkilometer Regenwald vernichtet, was in etwa der siebenfachen Fläche Berlins entspricht. Nach Angaben des Nationalen Forschungsinstituts für Raumfahrt (INPE) hatte Brasiliens Regierung auf einen stärkeren Rückgang gehofft.

Die Ergebnisse seien aber dennoch positiv: Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum sei dies ein Rückgang um 13,6 Prozent auf den niedrigsten Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten, teilte die Regierung am Mittwoch in Brasília mit. Seit Beginn der Jahreskontrollen 1988 habe es keine besseren Resultate gegeben. Damit halte Brasilien seine Verpflichtungen beim Klimaschutz ein.

Klimagipfels im mexikanischen Cancún.

Doch obgleich gebremst, die Abholzung im Amazonas-Gebiet geht weiter. Zugleich äußerte sich Brasilien - anders als die USA - pessimistisch über die Erfolgsaussichten des "Kein wichtiger Regierungschef ist da, höchstens Umweltminister. So wird es keinen Fortschritt geben", sagte Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei der Präsentation der Regenwalddaten. Auch Lula nimmt nicht am Gipfel in Cancún teil, sondern schickt seine Umweltministerin Isabella Teixeira.

Die USA hatten sich am Montag zum Konferenzauftakt zuversichtlich geäußert. Das Treffen in der mexikanischen Küstenstadt könne eine Reihe "ausgewogener" Ergebnisse bringen, sagte der Vizeverhandlungsführer Jonathan Pershing.

cib/dpa
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