Abkommen 91 Staaten wollen gegen illegalen Fischfang vorgehen

Die Ausbeutung der Meere hat in den vergangenen Jahren dramatische Ausmaße angenommen - und zwingt die Weltgemeinschaft nun zum Handeln. 91 Staaten haben sich in Rom auf ein Abkommen gegen illegalen Fischfang geeinigt.

Rom - Immer gigantischer sind die Mengen an Meerestieren geworden, die Fischer aus den Ozeanen holen. Die Folge: 80 Prozent der Fischbestände sind mittlerweile überfischt oder bis an die Grenzen ausgebeutet, wie die Vereinten Nationen erst im März mitteilten. Jetzt scheint sich die Weltgemeinschaft endlich zu Gegenmaßnahmen aufzuraffen: In Rom haben sich 91 Staaten auf ein Abkommen gegen den illegalen Fischfang geeinigt, der nach Angaben der Internationalen Naturschutz-Union immerhin rund 14 Prozent der weltweiten Aktivitäten ausmacht.

Der Vertrag sieht vor, dass in illegalen Fischfang verstrickte Schiffe nicht mehr in die Häfen der Vertragsstaaten einlaufen dürfen und der gesetzeswidrig erbeutete Fisch damit nicht mehr verkauft werden kann, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) am Dienstag in Rom mitteilte. Es handele sich um das erste derartige internationale Abkommen überhaupt.

Ausländische Fischerboote müssen demnach frühzeitig die Genehmigung zum Anlaufen von Häfen einholen und die dortigen Behörden über ihre Fisch-Fracht informieren. Die Behörden der Vertragsstaaten werden ihrerseits verpflichtet, ausländische Fischerboote regelmäßig zu inspizieren. Zu dem Abkommen erklärten sich unter anderem die Europäische Union, Brasilien, Japan, Russland und die USA bereit. Der Vertrag soll in Kürze vom FAO-Rat geprüft und im November von der FAO-Konferenz offiziell angenommen werden. Dann müssen die einzelnen Vertragsstaaten zustimmen. Wenn 25 Länder dies getan haben, tritt das Abkommen in Kraft.

mbe/AFP
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