Abkommen EU und USA schließen Pakt gegen illegale Fischerei

Die USA und die EU wollen gemeinsam die Ausbeutung der Meere eindämmen. Ein jetzt unterzeichnetes Abkommen soll den Import illegal gefangenen Fisches unterbinden und den Informationsaustausch zwischen den Regierungen erleichtern.
Französischer Trawler: Legale Fischerei wird durch illegale Praktiken geschädigt

Französischer Trawler: Legale Fischerei wird durch illegale Praktiken geschädigt

Foto: AFP

Washington - Im Kampf gegen den illegalen Fischfang wollen EU und USA enger zusammenarbeiten. Die Nummer eins und die Nummer drei der Meeresfrüchte-Importeure haben am Mittwoch in Washington eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin einigen sie sich, keinen illegal gefangenen Fisch mehr einzuführen.

"Mit vereinten Kräften werden wir dafür sorgen, dass die Schuldigen mit ihren üblen Geschäften nicht mehr so leicht davonkommen", sagte EU-Kommissarin Maria Damanaki bei ihrem USA-Besuch. Jane Lubchenco, Chefin der amerikanischen Wetter- und Meeresbehörde NOAA, sprach von "einer der größten Gefahren" für Meere und Artenvielfalt. Die internationale Zusammenarbeit könne verhindern, "dass die legale Fischwirtschaft auf dem Weltmarkt durch illegale Fischerei geschädigt wird".

Weltweit führt die illegale, ungemeldete und unregulierte Fischerei zu hohen Verlusten: Nach Brüsseler Angaben verlieren Küstenregionen und Fischer, die sich an Fangquoten halten und ihre Fangmengen richtig angeben, jedes Jahr bis zu 23 Milliarden Euro. Bei anhaltender Überfischung der Meere werden nach Experteneinschätzung die Bestände dramatisch gefährdet.

Die EU und die USA sprachen von einer "historischen Erklärung". Sie verpflichteten sich zur Zusammenarbeit bei der Verabschiedung von Instrumenten im Kampf gegen die illegale Fischerei. Außerdem solle die Überwachung von Schiffen in bestimmten Gebieten und der Austausch von Informationen gestärkt werden.

Steigender Fischkonsum

Das Fischangebot in Deutschland besteht zu 88 Prozent aus Importen und nur zu zwölf Prozent aus heimischen Fängen. Die wichtigsten Lieferländer sind Norwegen, Polen, China, die Niederlande und Dänemark, berichtet das Fisch-Informationszentrum (FIZ) in Hamburg. Nach seinen Angaben essen die Deutschen so viel Fisch und Meerestiere wie noch nie - trotz steigender Preise. Im vergangenen Jahr lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 15,7 Kilogramm, gemessen am Fanggewicht. Das waren 500 Gramm mehr als im Jahr zuvor.

In diesem Jahr werden es voraussichtlich 16 Kilogramm. Die durchschnittlichen Verkaufspreise erhöhten sich im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent und damit stärker als für andere Lebensmittel.

wbr/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.