Seltenes Naturereignis Vulkan Ätna spuckt Rauchringe

Manch leidenschaftlicher Raucher wäre neidisch: Der Vulkan Ätna hat riesige Rauchringe in den Himmel gestoßen. Bis zu 200 Meter Durchmesser können sie erreichen. Wie genau die Kringel entstehen, ist Forschern ein Rätsel.


Er ist der größte und aktivste Vulkan in Europa: Der Ätna auf der italienischen Insel Sizilien spuckt wieder Lava. Nach einem ruhigen Sommer behinderten im Oktober 2013 die ersten großen Rauchwolken den Flugverkehr auf der Insel. Jetzt verzückte der Vulkan die Menschen, als er große weiße Rauchkringel in den Himmel stieß. Das Naturereignis ist selten und gibt Wissenschaftlern immer noch Rätsel auf.

Es war kein schöner Tag am Ätna, als die Bilder der Rauchringe entstanden sind. Inmitten eines Sturms, der den Vulkan in Regen und Schnee hüllte, spie der gut 3300 Meter hohe Feuerberg Lavafontänen und verbreitete heiße Dampfwolken. Eisige Winde sollen den Himmel zeitweise aufgeklärt haben und ermöglichten so den Blick auf die seltenen Rauchringe. Dutzende von ihnen seien mit dem Wind Richtung Osten getrieben worden, berichtet der deutsche Vulkanologe Tom Peiffer.

Wie genau Rauchringe entstehen, die einen Durchmesser von etwa 200 Metern erreichen können, ist nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich spielt die Form der Schlotöffnung eine Rolle: Wenn durch eine runde Öffnung die Luft in der Mitte schneller ausgestoßen werde, könne sich ein kreisförmiger Luftstrom bilden, so die Theorie. Zudem müsse der Vulkan den Rauch in einzelnen Stößen in der richtigen Geschwindigkeit ausspucken.

Rauchringe sind selten, aber gut dokumentiert. Neben dem Ätna wurden sie auch schon über dem Stromboli und dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull gesichtet. Der Ätna liegt genau auf der Plattengrenze, wo die europäische und afrikanische Platte vor etwa einer halben Million Jahren zusammengestoßen sind. Bereits in den siebziger Jahren haben Fotografen Rauchringe über dem Ätna dokumentiert.

jme



insgesamt 7 Beiträge
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horstvonork 19.11.2013
1. aktivster Vulkan Europas?
Der Ätna ist zwar unstrittig der "größte" Vulkan Europas. Aber die Wikipedia-Information, dass der Ätna der "aktivste" Vulkan Europas sei dürfte schlichtweg falsch sein! Der deutlich kleinere Stromboli (ca. 918m) übertrifft sämtliche europäischen Vulkane und dürfte die Anzahl der Eruptionen betrachtet (durchschnittlich 3-4 pro Stunde) nach dem dauerhaft lavafließendem Kilauea (Hawaii) der zweitaktivste Vulkan der Welt sein. Für den Ätna bleiben leider nur die Titel des "zweitaktivsten Vulkan Europas" und wahrscheinlich der "drittaktivste" der Welt übrig. Vulkaninteressierten sei für ein Erlebnis der besonderen Art hiermit ein Besuch Strombolis mit abendlicher Kraterbesteigung dringend empfohlen. In dem Zuge kann man selbstverständlich auch auf dem Ätna vorbei schauen.
tilly-d 20.11.2013
2. Ätna und Stromboli
@horstvonork Bezüglich der Eruptionshäufigkeit ist der Stromboli aktiver als der Aetna, Stromboli ist praktisch dauernd tätig, diese Art vulkanischer Aktivität (regelmässige in kurzer Zeit sich wiederholende kleinere Explosionen im Krater) nennt man zu Ehren Stromboli "strombolianische Aktivität". Bezüglich der Menge an ausgestossenen Lava ist der Aetna aber wesentlich aktiver als der Stromboli. So wurden in den letzten 20 Jahren um den Süd-Ost Krater mehrere Kegeln von jeweils mehreren hundert Metern Höhe aufgeschüttet. Um den aktiven Kratern von Stromboli sind in der gleichen Zeit weit weniger Material angehäuft worden als am Aetna.
student1971 20.11.2013
3. Fragliches Rätsel?
Die Rauchringe des Ätnas erinnern mich an eine Show Vorlesung zum Beginn des Studiums 1971 im Hörsaal der damaligen TH Magdeburg. In etwa sechs Meter Entfernung wurde einer einseitig bespannten Pauke eine brennende Kerze gegenüber postiert, deren Flamme mittig in einer Linie zum Mittelpunkt der Pauke stand. Der Dozent blies nun mittels einer dicken Zigarre Rauch in die Pauke und schlug dann mit dem Schlägel auf das Paukenfell. Aus der Pauke bewegte sich nun ein gut geformter Rauchring auf die Kerze zu und löschte mit der Luftschwingung die Flamme. Betrachtet man die flüssige Lava im Kratersee und einen blasenartigen Gasaustritt in der Mitte des Lava See so werden die im Krater befindlichen Gase ringförmig heraus gedrückt. Hausfrauen sehen dabei den berühmten Plub im Spinat. Noch ein nützlicher Hinweis für Väter zur Weihnachtszeit: Sollten bösartige Verwandte den Jungs Trommeln schenken, sollte man ein Trommelfell entfernen, den oben beschriebenen Versuch aufbauen und dem Nachwuchs die Physik schmackhaft machen. Vorteile: Geweckter Wissensdrang und Ruhe in der Hütte.
ChrisHug-Fleck 20.11.2013
4. Der höchste Berg Europas
Denk bitte daran, dass die nördliche Seite des Kaukasus ebenfalls zu Europa zählt und dort der höchste Berg Europas steht: Elbrus mit 5642 Metern Höhe. Und: Er ist ein Vulkan - allerdings nicht mehr aktiv. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob der Ätna oder Stromboli aktiver ist. Will man es an der Tätigkeitsdauer oder am ausgeworfenen Volumen festmachen? Der Ätna steht auf einem rund 1000 Meter hohen nichtvulkanischem Gebirgssockel, der Stromboli reicht als Vulkankegel bis in rund 3000 Meter tiefe. Rein morphologisch ist er also höher als der Ätna. Der Meeresspiegel ist in diesem Zusammenhang also völlig bedeutungslos. Die Wirklichkeit ist immer komplexer als wir uns das überhaupt vorstellen können.
charlysle 20.11.2013
5. Des Rätsels Lösung
Zitat von sysopBulls/ Barcroft Media Manch leidenschaftlicher Raucher wäre neidisch: Der Vulkan Ätna hat riesige Rauchringe in den Himmel gestoßen. Bis zu 200 Meter Durchmesser können sie erreichen. Wie genau die Kringel entstehen, ist Forschern ein Rätsel. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/aetna-vulkan-auf-sizilien-spuckte-ringe-aus-rauch-a-934394.html
!Auf Flüssen stromauf paddeln geht in direkter Ufernähe viel leichter, weil der Reibungswiderstand der festen Ufer der Strömung Energie entzieht, die Strömung wird langsamer! Wer sich jetzt bildlich vorstellen kann, dass die unbewegte Luft rings um den vom Vulkan ausgeblasenen Gas-Strahl ebenso eine abbremsende Wirkung hat, bei der dieser sich dann ringförmig nach außen auswölbt, ist des Rätsels Lösung bereits auf der Spur! Wahrscheinlich hilft eine verjüngte Austrittsöffnung an der Vulkanspitze mit einer darunterliegenden geräumigeren Kammer im Schlot bei der Bildung der Ringe mit. So hat es Opa jedenfalls beim Rauchringblasen mit dem Mund gemacht. Aber dass in der Mitte des Strahls eine höhere Geschwindigkeit die Ringbildung bestimmt, ist keine umfassende Erklärung. Eine höhere Geschwindigkeit als im Randbereich ist dort grundsätzlich immer vorhanden. Das liegt an der Reaktion mit der abbremsend wirkenden Schlotwand und dann auch später mit der Außenluft. Diese ist es schließlich, die auch maßgeblich an der Ringbildung mitwirkt.
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