Waldzustandsbericht Afrika überholt Südamerika bei Abholzung

Nirgendwo verschwinden so viele Wälder wie in Afrika, zeigt ein Bericht der Uno. Besonders die Tropen sind betroffen.
Jedes Jahr verschwinden zehn Millionen Hektar Wald

Jedes Jahr verschwinden zehn Millionen Hektar Wald

Foto: migin/ iStockphoto/ Getty Images

Afrika ist in den vergangenen zehn Jahren zum Brennpunkt der weltweiten Waldverluste geworden, berichten Experten der Uno-Landwirtschaftsbehörde FAO in einer Sonderauswertung des Waldzustandsberichts 2020. Demnach hat Afrika bei der jährlichen Fläche der Entwaldung Südamerika überholt.

Grund für die Abholzung in Afrika ist laut Experten das hohe Bevölkerungswachstum, das Kleinbauern dazu zwingt, mehr Flächen zu roden, um ihre Existenz zu sichern. Doch auch ausländische Investitionen beschleunigen die Abholzung. "Mehr als 90 Prozent der Abholzung findet in den Tropen statt", heißt es in der Auswertung.

In Afrika sind allein im vergangenen Jahrzehnt im Schnitt rund 3,9 Millionen Hektar Waldfläche pro Jahr verloren gegangen. In Südamerika betrug der jährliche Verlust 2,6 Millionen Hektar.

Unter Bolsonaro nehmen Rodungen wieder zu

Laut dem Bericht verschwinden weltweit jedes Jahr rund zehn Millionen Hektar Wald. Allerdings hat sich die Geschwindigkeit der Entwaldung zuletzt verlangsamt - vor allem in Südamerika, wo zwischen den Jahren 2000 und 2010 noch doppelt so große Flächen abgeholzt wurden. Insbesondere in Brasilien war weniger gefällt worden.

Unter Präsident Jair Bolsonaro hat die Abholzung des Amazonas - des größten Regenwaldes der Erde - jedoch wieder drastisch zugenommen. Für den Zeitraum von August 2018 bis Juli 2019 meldete das brasilianische Weltrauminstitut INPE die Rodung einer Fläche von 10.129 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der Größe des Libanon und einem Anstieg von 34,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

koe/dpa
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