Gefährliche Tierseuche Hongkong lässt Tausende Schweine töten

In einem Schlachthof Hongkongs trat die Afrikanische Schweinepest auf, nun müssen 4700 Tiere getötet werden. Es ist bereits der zweite Fall innerhalb weniger Wochen.

Kin Cheung / AP

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in einem Schlachthof in Hongkong haben die Behörden die Tötung von 4700 weiteren Tieren angeordnet. Das erkrankte Schwein war aus der südchinesischen Provinz Guangdong importiert worden, wie Sophia Chan, Leiterin der Hongkonger Gesundheitsbehörde, am Freitag mitteilte. Das staatlich betriebene Schlachthaus von Sheung Shui werde nun gereinigt und desinfiziert. Der Import von Schweinen vom chinesischen Festland werde vorübergehend gestoppt.

Eckdaten zur Afrikanischen Schweinepest
Erreger
Afrikanisches Schweinepest-Virus
Befällt
ausschließlich Haus- und Wildschweine, ungefährlich für Mensch und andere Tiere
Symptome
hohes Fieber, Hautrötungen, Erbrechen, Durchfall, Augenausfluss, unkoordinierte Bewegungen, plötzlicher Tod
Übertragung
Direkter Kontakt zwischen kranken und gesunden Tieren. Indirekt über die Fütterung von Abfällen mit infiziertem Schweinefleisch oder über Lederzecken, die von infizierten Tieren oder von anderen Infektionsträgern auf das Tier übergehen.
Virusquellen
Blut, Gewebe, Sekrete und Exkrete von kranken oder toten Tieren, infizierte Lederzecken, ASP bleibt in Schweinekot für sechs bis zehn Tage, in Schweinefleischprodukten über einige Monate und in gefrorenem Fleisch über Jahre.
Verlauf
Dauer von Infektionszeitpunkt bis zum Ausbruch der Krankheit sind drei bis 15 Tage. Im Falle einer akuten Verlaufsform drei bis vier Tage.
Bekämpfung
Es gibt keine Therapie. Aus diesem Grund sind Maßnahmen der Biosicherheit nötig. Diese umfassen die Vermeidung der Fütterung von Küchenabfällen, fest zugeordnete Kleidung, Quarantänezeiten für neue Tiere sowie die räumliche Trennung von unterschiedlichen Tiergruppen.

Bereits im vergangenen Monat waren rund 6000 Tiere nach einem Fall der Afrikanischen Schweinepest in Hongkong getötet worden. Auch damals stammte das erkrankte Tier aus der chinesischen Provinz Guangdong.

Mehr als die Hälfte der chinesischen Provinzen betroffen

In China hatte sich die Afrikanische Schweinepest im vergangenen Jahr in mehr als der Hälfte aller Provinzen ausgebreitet. Hunderttausende Tiere wurden deshalb getötet. Schweinefleisch ist ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Küche.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Infektion, die ursprünglich aus Afrika stammt. Das Virus überträgt sich über direkten Kontakt, kann aber auch über verseuchte Fleischwaren übertragen werden. Infizierte Schweine sterben in der Regel nach etwa einer Woche. Für Menschen ist das Virus nicht gefährlich.

Seuche auch eine Gefahr für Deutschland

Deutschland konnte sich bisher gegen die Seuche schützen, in Belgien, Polen und Tschechien wurden jedoch infizierte Wildschweine entdeckt. Um das Risiko einer Einschleppung zu verringern, wurden in der Jagdsaison 2017/2018 nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes 836.865 Wildschweine erlegt, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Verband forderte außerdem, das Übertragungsrisiko an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen durch verschließbare Abfallbehälter oder wildschweinsichere Zäune zu verringern.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ließ außerdem einen 51 Kilometer langen Elektrozaun bauen, mit dem im Falle eines Ausbruchs die Kernzone abgeriegelt werden soll. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen die Schweinepest, was die Bekämpfung erschwert.

ene/AFP



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