Polen 18 neue Fälle von Schweinepest nahe deutscher Grenze

In Asien rafft die Afrikanische Schweinepest Tausende Wild- und Hausschweine dahin. Auch in Polen sind zuletzt Tiere daran gestorben - die Behörden mussten die Zahl nun deutlich nach oben korrigieren.

Wildschwein im Gehege: Freilaufende Tiere können die Afrikanische Schweinepest übertragen
Patrick Pleul/ZB/DPA

Wildschwein im Gehege: Freilaufende Tiere können die Afrikanische Schweinepest übertragen


In Polen haben Behörden in der Nähe der Grenze zu Deutschland 18 neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest gemeldet. Der Erreger ist bei Wildschweinen nachgewiesen worden, die am Wochenende tot in der Wojwodschaft Lebus aufgefunden worden waren. Das teilte der polnische Veterinärdienst mit. Bisher waren in der Region nur zwei Fälle bekannt gewesen. Damit hat sich die bekannte Zahl der dort an der Seuche verendeten Tiere auf 20 erhöht.

Die Afrikanische Schweinepest wütet derzeit vor allem in Asien - und verteuert auch hierzulande die Preise für Schnitzel, Wurst und andere Produkte aus Schweinefleisch. In Europa sind besonders Polen, Rumänien, Ungarn und das Baltikum von der Seuche betroffen. Die Virusinfektion ist eine Tierseuche, die vor einiger Zeit von Afrika nach Europa eingeschleppt wurde. Sie führt bei Wild- und Hausschweinen häufig nach kurzer Krankheit zum Tod. Es gibt keine Impfstoffe. Für andere Tierarten und den Menschen ist das Virus ungefährlich.

EU-Kommission schickt Forscher nach Polen

Die EU-Kommission will sich nun einen Überblick über die Situation verschaffen. Ein Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts reise dafür nach Westpolen, teilte das Bundesforschungsinstitut auf der Insel Riems bei Greifswald mit.

Am vergangenen Freitag hatte der polnische Veterinärdienst über einen ersten Fall informiert. Die Afrikanische Schweinepest wurde bei einem Wildschwein festgestellt, das am 4. November in der Nähe der Landstraße zwischen den Ortschaften Nowa Sol und Slawa im Kreis Wschowski gefunden wurde. Der Fundort liegt etwa 80 Kilometer von der Grenze zu Brandenburg entfernt.

An diesem Montag gab es den zweiten Nachweis - ebenfalls bei einem Wildschwein. Es zählte zu den verendeten Tieren, die Freiwillige am Wochenende beim Durchkämmen des Geländes rund um den ersten Fundort entdeckt hatten. Nach der Untersuchung aller Proben ist klar: Alle gefundenen Wildschweine wurden Opfer der Tierseuche. An der Suche nach weiteren toten Wildschweine in dem Gelände seien mittlerweile auch Soldaten der polnischen Armee beteiligt, teilte der Veterinärdienst mit.

Polen zieht Zäune um Fundstelle

Bereits am Wochenende hätten Forstbetriebe damit begonnen, im Umkreis von fünf Kilometern um die erste Fundstelle einen Zaun zu ziehen. "Das ist so ein Zaun, wie er verwendet wird, um Wildtiere vom Überqueren von Landstraßen abzuhalten", sagte ein Sprecher des Veterinärdienstes. Die Errichtung des ersten Zauns sei an diesem Montag abgeschlossen worden. Ein weiterer solle nun um eine größere Sperrzone gezogen werden.

Nach Deutschland hat es die Afrikanische Schweinepest bislang nicht geschafft. Jedoch stelle die Seuche auch für Deutschland eine Bedrohung dar, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Prävention stehe daher an erster Stelle. Bereits 2018 habe es eine Übung gegeben, um die Kommunikation zwischen Polen und Deutschland in der Angelegenheit zu verbessern.

Im Video: Afrikanische Schweinepest - Halali in Polen

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Die Afrikanische Schweinepest wird über verunreinigte Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhe oder Reifen weitergetragen. Auch von dem Virus befallene Lebensmittel und kontaminiertes Futter können die Infektion verbreiten. Reisende, die aus von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Ländern nach Deutschland reisen, sind daher angehalten, mitgebrachte Wurstwaren nicht unachtsam am Straßenrand zu entsorgen.

kko/dpa

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