Afrikanische Schweinepest Infiziertes Tier 42 Kilometer vor deutscher Grenze entdeckt

Kadaverfund in Polen: Die Schweinepest droht, bald Deutschland zu erreichen. Sachsen bereitet sich auf den Ernstfall vor.

In Sachsen wird bereits der Ernstfall geprobt: Schweinepest führt meist in sieben bis zehn Tagen zum Tod der Tiere
Sebastian Willnow/ DPA

In Sachsen wird bereits der Ernstfall geprobt: Schweinepest führt meist in sieben bis zehn Tagen zum Tod der Tiere


Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist drei Wochen nach einem Ausbruch in Westpolen noch näher an Deutschland herangerückt. Das Virus sei bei einem verendeten Wildschwein in der Nähe von Nowogrod Bobrzanski nachgewiesen worden, sagte der dortige Ortsbürgermeister Pawel Mierzwiak. Der Ort liegt 42 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine befällt. Betroffene Tiere leiden unter Fieber, Schwäche und Atemproblemen. Die Krankheit führt meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen zum Tod der Tiere. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. In Deutschland ist sie bisher nicht aufgetreten.

"Wir spielen das gesamte Szenario durch"

Schweinebauern fürchten erhebliche Einbußen, sollte sich das Virus hierzulande ausbreiten. Ist ein erster Fall bekannt, droht ein sofortiger Exportstopp für Schweinefleischprodukte. Zudem müssen alle betroffenen Bestände vernichtet werden. Auch die Wildschweinpopulation ist bedroht, weil sich die Seuche in freier Wildbahn nur schwer eindämmen lässt. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Sachsen probt seit Montag den Ernstfall in einer viertägigen Großübung. "Wir spielen das gesamte Szenario durch", sagte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums. Im Ernstfall soll innerhalb kürzester Zeit ein Krisenstab eingerichtet werden. Entscheidend sei, den Bereich um möglicherweise infizierte Tiere großflächig abzusperren.

Im Saarland wurden Suchhunde ausgebildet, die im Ernstfall Schweinekadaver aufspüren sollen. Das rasche Entfernen der Kadaver wird bei der Bekämpfung der Tierseuche extrem wichtig sein, weil sich andere Wildschweine an verendeten Artgenossen anstecken können. Dänemark hat aus Schutz vor dem Virus einen Wildschweinzaun errichtet, der Anfang der Woche fertiggestellt wurde.

Die Afrikanische Schweinepest wütet derzeit vor allem in Asien - und verteuert auch hierzulande die Preise für Schnitzel, Wurst und andere Schweinefleischprodukte. In Europa sind besonders Polen, Rumänien, Ungarn und das Baltikum von der Seuche betroffen.

Am Montag hatte die polnische Kreisstadt Zielona Gora ihren Einwohnern untersagt, die umliegenden Wälder zu betreten. Laut Nachrichtenagentur PAP wurde das Virus dort bei vier toten Wildschweinen nachgewiesen. Zielona Gora liegt etwa 60 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt.

Die Afrikanische Schweinepest wird über verunreinigte Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhe oder Reifen weitergetragen. Auch von dem Virus befallene Lebensmittel und kontaminiertes Futter können die Infektion verbreiten. Reisende, die aus von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Ländern nach Deutschland kommen, sind daher angehalten, mitgebrachte Wurstwaren nicht unachtsam am Straßenrand zu entsorgen.

koe/dpa

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