Afrikanische Schweinepest Polnische Armee soll Wildschweine abschießen

In den vergangenen Wochen wurde bei einigen Wildschweinen in Polen die Schweinepest nachgewiesen. Die Regierung des Landes will die Tiere nun verstärkt schießen lassen und dafür auch Armee und Polizei einsetzen.
Übung in Sachsen: Experten befürchten, dass das Schweinepest-Virus auf die Hausschweinpopulation übergeht

Übung in Sachsen: Experten befürchten, dass das Schweinepest-Virus auf die Hausschweinpopulation übergeht

Foto: Sebastian Willnow/dpa

Um die Afrikanische Schweinepest (ASP) einzudämmen, will Polen seiner Armee und Polizei erlauben, Wildschweine abzuschießen. Eine entsprechende Gesetzesänderung werde er bald ins Parlament einbringen, sagte Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski am Mittwoch dem Radiosender Jedynka. Bislang gebe es für Armee und Polizei keine Vorgaben für den Abschuss von Wildschweinen.

Nach zahlreichen Schweinepest-Nachweisen in den vergangenen Wochen steigt in Polen die Sorge, dass sich das Virus weiter ausbreitet. "Ohne Abschuss schaffen wir es nicht", so Ardanowski. Den Angaben des Ministers zufolge soll die Gesetzesänderung auch die Jäger verpflichten, sich in von der Seuche betroffenen Gebieten am Abschuss des Schwarzwilds zu beteiligen.

Am Dienstag hatten mehrere Hundert Schweinehalter vor der Niederlassung des Jagdverbandes in Warschau protestiert, weil die Jäger aus ihrer Sicht zu wenige Wildschweine schießen.

Steigende Schweinefleisch-Preise befürchtet

Seit Mitte November sind im westpolnischen Verwaltungsbezirk Lebus mehrere Dutzende mit dem Virus infizierte Wildschwein-Kadaver gefunden worden. Am Dienstag vergangener Woche wurde der Erreger bei einem toten Wildschwein in der Nähe von Nowogrod Bobrzanski festgestellt. Der Ort liegt rund 40 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

Zuletzt tauchte das Virus zudem bei einem Wildschwein im Verwaltungsbezirk Großpolen auf, rund 70 Kilometer von Posen entfernt. Dieser Fall bereitet den polnischen Behörden besonders große Sorgen, da in dieser Region 3,5 Millionen Hausschweine gehalten werden.

Experten befürchten seit Monaten, dass das Schweinepest-Virus auf die Hausschweinpopulation in Europa übergeht. In China hat das bereits zu steigenden Preisen für Schweinefleisch geführt, die auch in Deutschland spürbar sind. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

jme/dpa
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