Air-France-Absturz Kieler Forschungs-U-Boot fahndet nach Flugschreiber von Airbus AF 447
Aufbruch in die Tiefsee: Das vier Meter kurze U-Boot Abyss soll den Flugschreiber finden
Foto: DDP/ IFM-GEOMARDer Absturz des Airbus AF 447, bei dem am 1. Juni vergangenen Jahres 228 Menschen ums Leben kamen, ist noch immer nicht aufgeklärt. Hinweise auf die Ursache könnte der Flugschreiber liefern. Doch der liegt verschollen auf dem Boden des Atlantischen Ozeans in mehreren tausend Metern Tiefe. Eine wochenlange Suche im vergangenen Sommer verlief erfolglos. Nun sollen Forschungs-U-Boote bei der Suche helfen.
Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-Geomar in Kiel und zwei US-amerikanische Institute schicken ihre Tauchroboter nach Brasilien. Anfang März sollen die Spezialgeräte die Fahndung in der dunklen Tiefsee aufnehmen. Airbus und Air France haben die Hilfe angefordert. "Wir sind schon längere Zeit mit Airbus und Air France bezüglich der Suchaktion in Kontakt und sehr zuversichtlich, dass es der Armada von drei Suchfahrzeugen gelingen kann, das Flugzeugwrack und die vermissten Flugschreiber zu orten", sagt Peter Herzig, Direktor am IFM-Geomar.
Der Kieler Tauchroboter Abyss kann bis zu 6000 Meter tief tauchen und dabei hochauflösende Kartierungen vornehmen. Selbst Objekte von der Größe eines Schuhkartons entdeckt das Gerät. Die Fahndung nach dem Flugschreiber dürfte seine bislang größte Herausforderung sein. Das gesuchte Gerät liegt vermutlich in stark zerklüftetem Gelände; der Meeresboden gleicht weitenteils schroffer Alpenlandschaft.
Schallwellen sollen den Flugschreiber aufspüren. Das vier Meter lange und knapp 900 Kilogramm schwere Abyss verfügt über Echolot und Sonar-Systeme, die Schallwellen an den Meeresboden schicken. Das Echo der Wellen gibt Aufschluss über Objekte am Meeresgrund. Zudem verfügt das Mini-U-Boot über Fotokameras, Thermometer, Druck- und Partikelsensoren. Seine Lithiumbatterien ermöglichen 22 Stunden lange Exkursionen.
Abyss wurde bereits nach Boston geflogen, wo letzte Wartungsarbeiten erfolgen. Am 12. März soll die Suchexpedition von der brasilianischen Küstenstadt Recife aus beginnen. Ein Schiff soll die Tauchroboter aufs Meer fahren. Die beiden anderen Mini-U-Boote werden von den beiden US-amerikanischen Forschungsinstituten Woods Hole Oceanographic Institution und Waitt Institut zur Verfügung gestellt.