Abstimmung in Alaska Ein Inseldorf will aufs Festland fliehen

Die Bewohner des 600-Einwohner-Dorfes Shishmaref in Alaska haben gewählt - und laut vorläufigem Ergebnis für einen Umzug aufs Festland gestimmt. Grund ist die starke Erosion der Küste.

DPA

Im US-Bundesstaat Alaska hat ein 600-Seelen-Dorf per Volksentscheid offenbar einen Komplettumzug von einer Insel aufs Festland beschlossen. Das sagte eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, Donna Burr, dem Onlinemagazin "Grist": Demnach stimmten laut vorläufigem Ergebnis 89 Menschen für die Umsiedlung und 78 dagegen.

Die Bevölkerung will den Folgen der starken Erosion ihrer Küste entkommen. Die Insel, auf der sich das Inuit-Dorf Shishmaref derzeit befindet, ist bereits schwer gezeichnet. Ein Großteil der Strände wurde vom Ozean weggespült, neues Bauland für die wachsende Bevölkerung kann nicht mehr gewonnen werden.

Das Dorf hatte sich bereits in einer Abstimmung 2002 für einen Umzug entschieden. Das Vorhaben war dann jedoch an mangelnder staatlicher Förderung gescheitert. Schätzungen zufolge soll die Umsiedlung knapp 200 Millionen Dollar kosten. Wohin genau die Bewohner ziehen werden, ist lokalen Medienberichten zufolge noch unklar, zur Diskussion stünden zwei unterschiedliche Orte.

Die Insel ist etwa 18 Quadratkilometer groß, die Bewohner leben hauptsächlich vom Fischfang und der Jagd. Gemeindemitarbeiterin Burr geht laut "Grist" nicht davon aus, dass der Umzug rasch geschehen wird. "Wir wollen aber bereits jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft unserer Kinder stellen."

aar/bor/dpa/Reuters



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
cindy2009 18.08.2016
1. ja was denn nun?
Einerseits steht im Artikel, dass der steigende Meeres Spiegel Ursache für die Erosion sei, andererseits, dass es am tauenden Permafrost Boden liege. Der Artikel klärt nicht auf, sondern lässt mal wieder viel Spekulationen zu.
snickerman 18.08.2016
2. *seufz*
Zitat von cindy2009Einerseits steht im Artikel, dass der steigende Meeres Spiegel Ursache für die Erosion sei, andererseits, dass es am tauenden Permafrost Boden liege. Der Artikel klärt nicht auf, sondern lässt mal wieder viel Spekulationen zu.
Beides. Der Permafrost hält den Boden zusammen und schützt vor der Brandung. Da es deutlich wärmer geworden ist, schwindet er nun und die Wellen des steigenden Ozeans haben leichtes Spiel.
jessepinkman42 18.08.2016
3.
Zitat von cindy2009Einerseits steht im Artikel, dass der steigende Meeres Spiegel Ursache für die Erosion sei, andererseits, dass es am tauenden Permafrost Boden liege. Der Artikel klärt nicht auf, sondern lässt mal wieder viel Spekulationen zu.
Ist es noch zu früh, um Zusammenhänge zu erkennen? Der Permafrostboden hat in der Vergangenheit verhindert, dass das Meer den Boden wegspült. Durch sich erhöhende Temperaturen (#klimawandel) taut zum einen dieser Permafrost auf, zum anderen erhöht sich der Meeresspiegel. Beides zusammen sorgt für die im Artikel beschriebene Situation.
fatherted98 18.08.2016
4. Liegt wohl daran...
Zitat von cindy2009Einerseits steht im Artikel, dass der steigende Meeres Spiegel Ursache für die Erosion sei, andererseits, dass es am tauenden Permafrost Boden liege. Der Artikel klärt nicht auf, sondern lässt mal wieder viel Spekulationen zu.
...das keiner richtig weiß woran es liegt. Nur die Tatsache das es eben so ist wie es ist, ist wohl unumstößlich.
sarkasmis 18.08.2016
5. 200 Millionen für 600 Menschen
Wenn man davon ausgeht, dass es sich um viele Familien handelt, gibt es etwa 85 Haushalte (Abstimmende/2) auf der Insel. Der Umzug eines Haushalts soll 2 Mio. Dollar kosten? Für den Neubau eines Hauses aus Sperrholz und den Umzug des Hausstandes? Land ist in Alaska auch nicht unbedingt teuer. Wenn es der Gemeinde um ihre Kinder geht, sollten sie an den Rand der nächst größeren Stadt ziehen wo es eine vernünftige Schule und Gesundheitsversorgung gibt und normale Jobs suchen. 2 Mio. pro Haushalt wird das dennoch nie und nimmer kosten.
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