Amazonas-Gebiet Baugenehmigung für Mega-Wasserkraftwerk erteilt

Im brasilianischen Amazonasgebiet können die Hauptbauarbeiten für das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk beginnen. Das Belo-Monte-Projekt ist höchst umstritten. Mehr als 500 Quadratkilometer sollen für die Staubecken überflutet werden.
Frau am Fluss Xingu (2008): In der Region soll der Belo-Monte-Damm gebaut werden.

Frau am Fluss Xingu (2008): In der Region soll der Belo-Monte-Damm gebaut werden.

Foto: Andre Penner/ AP

Das geplante Kraftwerk Belo Monte am Fluss Xingu wird von Menschenrechtlern, Umweltschützern, indigenen Gruppen und der katholischen Kirche heftig kritisiert. Doch nun können die Arbeiten für das Mega-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Pará wohl losgehen. Brasiliens Umweltbehörde Ibama hat eine entsprechende Genehmigung erteilt.

Bereits im Januar war eine Teilgenehmigung für die vorbereitenden Bauarbeiten und die Rodung von 240 Hektar Wald ergangen. Zwischenzeitlich hatte ein Richter die Bauarbeiten allerdings auf Eis gelegt. Er hatte kritisiert, dass Umweltauflagen nicht erfüllt worden seien.

Die Anlage wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Allerdings wird mit einer weitaus geringeren Durchschnittsleistung von 4419 Megawatt gerechnet.

Die Regierung in Brasília hält das Wasserkraftwerk rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira entfernt zur Sicherung der Energieversorgung für notwendig. Kritiker sehen dagegen die Existenzgrundlage der am Xingu-Fluss lebenden Indios gefährdet. Sie fürchten, dass Belo Monte zehntausende Menschen vertreiben wird.

Insgesamt sollen für die Staubecken mehr als 500 Quadratkilometer Fläche überflutet werden. Die Kosten für das Projekt werden auf etwa 8,5 Milliarden Euro geschätzt. Auch die deutsche Firma Voith Hydro und das österreichische Unternehmen Andritz konnten sich Turbinen-Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe sichern.

chs/dpa
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