Amazonas-Gebiet Baugenehmigung für Mega-Wasserkraftwerk erteilt

Im brasilianischen Amazonasgebiet können die Hauptbauarbeiten für das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk beginnen. Das Belo-Monte-Projekt ist höchst umstritten. Mehr als 500 Quadratkilometer sollen für die Staubecken überflutet werden.

Frau am Fluss Xingu (2008): In der Region soll der Belo-Monte-Damm gebaut werden.
AP

Frau am Fluss Xingu (2008): In der Region soll der Belo-Monte-Damm gebaut werden.


Das geplante Kraftwerk Belo Monte am Fluss Xingu wird von Menschenrechtlern, Umweltschützern, indigenen Gruppen und der katholischen Kirche heftig kritisiert. Doch nun können die Arbeiten für das Mega-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Pará wohl losgehen. Brasiliens Umweltbehörde Ibama hat eine entsprechende Genehmigung erteilt.

Bereits im Januar war eine Teilgenehmigung für die vorbereitenden Bauarbeiten und die Rodung von 240 Hektar Wald ergangen. Zwischenzeitlich hatte ein Richter die Bauarbeiten allerdings auf Eis gelegt. Er hatte kritisiert, dass Umweltauflagen nicht erfüllt worden seien.

Die Anlage wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Allerdings wird mit einer weitaus geringeren Durchschnittsleistung von 4419 Megawatt gerechnet.

Die Regierung in Brasília hält das Wasserkraftwerk rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira entfernt zur Sicherung der Energieversorgung für notwendig. Kritiker sehen dagegen die Existenzgrundlage der am Xingu-Fluss lebenden Indios gefährdet. Sie fürchten, dass Belo Monte zehntausende Menschen vertreiben wird.

Insgesamt sollen für die Staubecken mehr als 500 Quadratkilometer Fläche überflutet werden. Die Kosten für das Projekt werden auf etwa 8,5 Milliarden Euro geschätzt. Auch die deutsche Firma Voith Hydro und das österreichische Unternehmen Andritz konnten sich Turbinen-Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe sichern.

chs/dpa



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
edgarzander 02.06.2011
1. Gutmenschen
Ich warte auf den Aufschrei der grünen Gutmenschen, die den ökologischen Frevel verdammen, jedoch in Deutschland jedes Wasserkraftwerk/Flusskraftwerk als sinnvollen und nötigen Beitrag zur ökologischen Energiewende feiern.
cearense 02.06.2011
2. Gut
Zitat von sysopIm brasilianischen Amazonasgebiet können die Hauptbauarbeiten für das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk beginnen. Das Belo-Monte-Projekt ist höchst umstritten. Mehr als 500 Quadratkilometer sollen für die Staubecken überflutet werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,766246,00.html
Besser als Kernbrennstäbe !
talvisota 02.06.2011
3. Na, ich wüsst da was...
...wir hätten da noch einige gut gebrauchte AKWs im Angebot, die könnten diese umweltfeindliche Wasserkraft leicht ersetzen. Kohle wäre zwar auch noch möglich, aber das ist nicht so gut. Denn das würd ja den Weltmarktpreis der Kohle hochtreiben und unsere vielen neuen "Öko-Kohlekraftwerke" gefährden. Bei der lang anhaltenden Einfallslosigkeit unserer GrünInnen dürfte es ne ganze Weile dauern, bis die dann auf "Holzkohle" kommen.
Simpso, 02.06.2011
4. ..
Zitat von edgarzanderIch warte auf den Aufschrei der grünen Gutmenschen, die den ökologischen Frevel verdammen, jedoch in Deutschland jedes Wasserkraftwerk/Flusskraftwerk als sinnvollen und nötigen Beitrag zur ökologischen Energiewende feiern.
Das kann man so sehen. Dann aber soll man sich bitte auch nicht über Artenschwund aufregen, denn in dem Xingu gibt es jede Menge endemischer Arten. Weiterhin soll man sich ebenso nicht über andere Naturfreveleien aufregen, egal wo sie auf der Welt stattfinden. Das ist die Konsequenz. Desweiteren kann man laut behaupten, dass die brasilianische Regierung verlogen ist. Auf der einen seiten generieren sie sich als große Naturschützer, auf der anderen fördern sie solche Projekte. Das passt nicht zusammen.
Celegorm 02.06.2011
5. ...
Zitat von edgarzanderIch warte auf den Aufschrei der grünen Gutmenschen, die den ökologischen Frevel verdammen, jedoch in Deutschland jedes Wasserkraftwerk/Flusskraftwerk als sinnvollen und nötigen Beitrag zur ökologischen Energiewende feiern.
Wasserkraft ist halt auch nicht per se "gut". Weshalb es auch legitim ist, fragwürdige Projekte in diesem Bereich hier wie überall zu kritisieren. Auch wenn solch ein minimales Mass an Differenzierungsvermögen für viele offenbar schon zuviel ist. Weshalb es auch erfreulich wäre, wenn zumindest "grüne Gutmenschen" dazu in der Lage sind, gelten diese doch gemäss Klischee eher als das Gegenteil.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.