Untersuchung winziger Kristalle Die Kontinente entstanden mit einem großen Knall

Überbleibsel an der Erdkruste liefern Hinweise darauf, warum es auf der Erde Kontinente gibt. Fachleute sehen Parallelen zum Aussterben der Dinosaurier.
Rohkristall aus Zirkon-Edelsteinen

Rohkristall aus Zirkon-Edelsteinen

Foto: Valery Vvoennyy / PantherMedia / IMAGO

Die Theorie, Meteoriteneinschläge könnten verantwortlich für die Entstehung der Kontinente sein, ist nicht neu – Forschungsergebnisse der Curtin University wollen nun aber endlich Belege dafür geliefert haben.

Prozesse, die letztendlich die Kontinente gebildet haben, hätten mit riesigen Meteoriteneinschlägen begonnen, wird Hauptautor Tim Johnson vom geowissenschaftlichen Forschungsinstitut der Universität in einer Mitteilung  zu der Studie zitiert. Die Einschläge seien »ähnlich denen, die für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich waren«, hätten aber Milliarden Jahre früher stattgefunden.

»Durch die Untersuchung winziger Kristalle des Minerals Zirkon in Gesteinen aus dem Pilbara-Kraton in Westaustralien, dem am besten erhaltenen Überbleibsel der alten Erdkruste, haben wir Beweise für diese riesigen Meteoriteneinschläge gefunden«, sagte Johnson der Mitteilung zufolge. Die Arbeit wurde in der Zeitschrift »Nature« veröffentlicht .

Lager für Rohstoffe

Die Untersuchung der Sauerstoffisotopenzusammensetzung in diesen Zirkonkristallen habe demnach einen »Top-Down-Prozess« ergeben – beginnend mit dem Aufschmelzen von Gestein in Oberflächennähe und sich in der Tiefe fortsetzend. Mit den geologischen Auswirkungen riesiger Meteoriteneinschläge würde das übereinstimmen.

Ein Verständnis für die Entstehung und Entwicklung der Kontinente ist laut Johnson wichtig, weil hier der Großteil der Menschen, der Biomasse und wichtiger Mineralvorkommen zu finden sei. »Nicht zuletzt beherbergen die Kontinente kritische Metalle wie Lithium, Zinn und Nickel, Rohstoffe, die für die neu entstehenden grünen Technologien, die wir zur Erfüllung unserer Verpflichtung zur Eindämmung des Klimawandels benötigen, unerlässlich sind«, wird Johnson zitiert.

Daten aus anderen Gebieten mit alter kontinentaler Kruste auf der Erde würden Johnson zufolge ähnliche Muster zeigen wie in Westaustralien. »Wir möchten unsere Erkenntnisse an diesen alten Gesteinen testen, um zu sehen, ob unser Modell, wie wir vermuten, in größerem Umfang anwendbar ist.«

ani
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