Angeln Bei Vollmond beißen Hechte öfter

Ein altes Anglerrätsel scheint gelöst: Beißen Fische bei Vollmond besser? Zumindest bei großen Hechten verkürzt sich einer Statistik zufolge in solchen Nächten die Wartezeit auf einen Biss um zwei bis fünf Stunden.
Hecht (Esox lucius) im Echinger Weiher (Symbolbild): Eine Raubfischart aus der Familie der Hechte reagiert laut einer Studie auf den Mond

Hecht (Esox lucius) im Echinger Weiher (Symbolbild): Eine Raubfischart aus der Familie der Hechte reagiert laut einer Studie auf den Mond

Foto: Corbis

Seit Jahrzehnten diskutieren Angler über die Rolle des Mondes beim Fischen. Dass der Erdtrabant einen Einfluss auf das Beißverhalten mancher Fischarten hat, wollen US-Forscher mit einer Analyse von Fangdaten herausgefunden haben. Es zeige sich, dass Angler bei Neu- oder Vollmond mehr der sogenannten Muskys (Esox masquinongy) erbeuteten, die größte Art der Hechte.

Die Steigerung der Fangmenge, der mit vollständigen Namen Muskellunge genannten Art, ist zwar im Durchschnitt mit fünf Prozent überschaubar. Doch insbesondere an nördlichen Gewässern, könnten Angler an Tagen mit Voll- und Neumond mit deutlich mehr Erfolg rechnen, berichten Mar Vinson vom US-Geological Survey in Ashland und Ted Angradi von der US-Umweltbehörde EPA im Fachmagazin "Plos One". 

Außerdem beißen bei Voll- und Neumond besonders große Fische an, so die Forscher. Die im östlichen Nordamerika lebenden Muskys werden bis zu 1,40 Meter lang und 30 Kilogramm schwer und zählen zu den beliebtesten Angelfischen - auch weil sie schwer zu fangen sind. Etliche Studien belegen bereits den Einfluss der Mondphasen auf das Verhalten von Fischen, unter anderem auf die Laichzeit, ihr Fressverhalten oder Wanderungen. Diskussionen gibt es aber darum, ob der Mond auch das Beißverhalten von Tieren beeinflusst.

Mehr Anglerglück im Norden

Die Forscher glichen für ihre Studie Daten von rund 342.000 gefangenen Muskys mit den Mondphasen ab. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Angler tatsächlich an Neu- und Vollmond mehr Fische fangen. "Wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, eine Muskellunge zu fangen, ist jeder Vorteil für den mondbewussten Angler bemerkenswert", schreiben Vinson und Angradi.

Der Effekt war nachts, in den Mittsommermonaten und an Seen nördlich des 48 Breitengrads besonders deutlich. In manchen Gebieten lagen die nächtlichen Fangquoten 15 bis 28 Prozent über dem Durchschnitt. Dies verkürze die Wartezeit eines Anglers für einen solchen Fisch um zwei bis fünf Stunden, kalkulieren die Autoren. Außerdem bissen Muskys über 1,02 Meter in diesen Mondphasen besonders gut an.

Zwar könnten die höheren Fangmengen auch darauf zurückgehen, dass zu Voll- und Neumond mehr Angler ihrem Hobby nachgehen. Doch diese Erklärung halten die Forscher für unwahrscheinlich, unter anderem weil die zusätzliche Ausbeute für erfahrene Angler wie für Neulinge in ähnlichem Maße höher ausfiel.

Die Forscher glauben, dass die Mondphasen ein Faktor für die erhöhte Fangmenge sind. Den genauen Grund für das veränderte Beißverhalten kennen sie aber nicht. Dass die veränderte Helligkeit eine Rolle spielt, bezweifeln sie. Vielmehr sei die Nahrungssuche vor allem der großen Muskys wohl an die Mondphasen angepasst.

kpg/dpa
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