Erfolg im globalen Umweltschutz Ozonloch so klein wie vor 30 Jahren

Die Ozonschicht der Erde hat sich offenbar großflächig regeneriert, das berichten europäische Forscher. Das früher bedrohliche Loch in dem UV-Schutzschild ist so klein wie zuletzt 1989.
Ozonloch über der Antarktis: Die blauen Bereiche sind die mit der geringsten Ozonkonzentration

Ozonloch über der Antarktis: Die blauen Bereiche sind die mit der geringsten Ozonkonzentration

Foto: ECMWF-Copernicus Atmosphere Monitoring Service

Das bringt doch alles sowieso nichts - dieser Satz verpestet wie kaum ein anderer die umweltpolitischen Diskussionen in der Klimakrise. Was könne ein einzelner Mensch schon tun, selbst ein einzelner Staat, angesichts einer globalen Herausforderung? Und dass sich die Weltgemeinschaft einigen könne auf angemessene Lösungen, das zu vermuten sei ja wohl auch bestenfalls blauäugig.

Aber ganz so einfach, ganz so scheinbar hoffnungslos ist es nicht. Immerhin gibt es Beispiele, bei denen ein globales Umweltproblem von der Weltgemeinschaft erfolgreich gelöst werden konnte. Oder sagen wir besser: Auf den Weg zu einer Lösung gebracht wurde. Das Ozonloch über der Antarktis ist so ein Fall. Seit Mitte der Siebziger war es vorausgesagt und ab Anfang der Achtziger tatsächlich beobachtet worden. Verantwortlich waren bestimmte Chemikalien, vor allem sogenannte Fluorchlorkohlenwasserstoffe. Deren Einsatz wurde ab Ende der Achtziger dann international geächtet.

"Kein Grund zur Selbstgefälligkeit"

Seit einigen Jahren schließt sich das Ozonloch langsam wieder. Der "Copernicus"-Atmosphärenüberwachungsdienst der Europäischen Union berichtet nun, dass das Ozonloch über der Antarktis in diesem Jahr eines der kleinsten seit Mitte der Achtziger sein könnte. Die Forscher am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im britischen Reading kommen nach Auswertung aktueller Daten zu dem Schluss, dass das Ozonloch derzeit nur etwa halb so groß ist wie normalerweise zu diesem Zeitpunkt des Jahres.

"Auch wenn diese Ozonlochaktivitäten sehr ungewöhnlich sind, gibt es keinen Grund zur Selbstgefälligkeit", schränkt CAMS-Chef Vincent-Henri Peuch ein.

Die Ozonschicht liegt in ungefähr 15 bis 35 Kilometern Höhe in der Stratosphäre. Sie schützt Lebewesen auf der Erde vor den schädlichen Auswirkungen ultravioletter Strahlung von der Sonne. Dass sich das Ozonloch auch heute, also lange nach dem Verbot der wichtigsten Verursacherstoffe bildet, hat mit der Langlebigkeit dieser Verbindungen zu tun. Typischerweise bildet es sich im antarktischen Frühling ab August, seine maximale Größe erreicht es im Oktober. Im Dezember schließt es sich wieder.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) geht davon aus, dass sich die Ozonschicht bis zum Jahr 2060 wieder auf die Werte von vor 1970 erholt haben wird. Allerdings warnen Forscher, dass der Klimawandel die Regeneration verlangsamen könnte. Dazu kommt, dass ozonschädigende Substanzen zuletzt wohl in China illegal weiterproduziert wurden.

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