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05. Januar 2014, 11:02 Uhr

Schiffsdrama in der Antarktis

Amerikaner sollen Russen und Chinesen retten

Zwei Schiffe stecken schon fest, nun macht sich das dritte auf den Weg in die Antarktis: Der US-Eisbrecher "Polar Star" soll die russische "Akademik Shokalskiy" und den ursprünglich zur Rettung entsandten chinesischen "Schneedrachen" befreien.

Washington - Russen, Chinesen, Amerikaner - in der Antarktis versammeln sich die Schiffe der Weltmächte, um sich gegenseitig aus dem Eis zu ziehen.

Nachdem das russische Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" seit Heiligabend festsitzt und auch der zur Rettung herbeigeeilte chinesische Eisbrecher "Schneedrache" ("Xue Long") nicht mehr weiter kann, sollen es nun die USA richten: Die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) sowie Russland und China hätten das Land um Hilfe gebeten, teilte die amerikanische Regierung mit. Deshalb werde die "Polar Star" noch am Sonntag von Sydney aus aufbrechen.

Der Eisbrecher der US-Küstenwache werde etwa eine Woche bis zur Commonwealth Bucht brauchen, in der die beiden anderen Schiffe feststecken, teilte die Amsa mit. Die "Polar Star" hatte ihren Heimathafen Seattle Anfang Dezember für eine Antarktisreise verlassen. Das rund 122 Meter lange Schiff kann mehr als sechs Meter dickes Eis brechen.

Der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" hatte zuvor vergeblich versucht, die "Akademik Shokalskiy" zu retten, und ist nun selbst im Eis eingeschlossen. Nach Angaben von Reportern der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, die sich an Bord des Schiffes befinden, wird die "Schneedrache" seit Freitag durch einen ein Kilometer langen Eisberg blockiert. Erst wenn dieser den Weg wieder freigibt, könne der Eisbrecher seine Fahrt fortsetzen. Chinas Regierungschef Li Kediang rief die Besatzung auf, Ruhe zu bewahren. Die Vorräte an Nahrungsmitteln sollen für mehrere Wochen reichen.

Auf der "Akademik Shokalskiy" sitzt die 22-köpfige Crew bereits seit Weihnachten fest. Die 52 Passagiere - Forscher und Touristen - waren am Donnerstag von einem Hubschrauber zum Schiff "Aurora Australis" ausgeflogen worden. Der australische Eisbrecher steuert nun zunächst die australische Forschungsstation Casey an, um dort Vorräte abzuliefern. Danach nimmt die "Aurora Australis" Kurs auf den australischen Hafen Hobart.

stk/dpa/AFP

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