Antarktis Tote bei Hubschrauberabsturz nahe deutscher Forschungsstation

Beim Absturz eines Hubschraubers in der Nähe der deutschen Antarktisstation Neumayer II zwei Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere wurden verletzt. Es ist das erste derartige Unglück an der Forschungseinrichtung.


Berlin/Bremerhaven - Die Ursache des Absturzes ist noch unklar. Das Wetter war zum Zeitpunkt des Absturzes gut. "Wir trauern um den Piloten des Hubschraubers und einen Wissenschaftler", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin. Wie die Pressesprecherin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) SPIEGEL ONLINE mitteilte, handelt es sich bei dem verunglückten Wissenschaftler um einen Holländer, der nicht für das AWI gearbeitet hatte.

Die drei Verletzten sind außer Lebensgefahr und werden auf der Krankenstation des Forschungsschiffes "Polarstern" behandelt. Sie sollen aus der Antarktis nach Südafrika ausgeflogen werden, sobald das Wetter es zulässt, wie das Ministerium unter Berufung auf das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven mitteilte. Dies könne nach jetziger Wetterlage nicht vor dem 5. März geschehen.

"Ich bin über dieses Unglück tief erschüttert", sagte die
Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Professorin Karin Lochte. "Ich spreche den Angehörigen der tödlich Verunglückten mein tiefes Mitgefühl und Beileid aus. Ein derartiges Unglück ist an der Neumayer-Station bisher noch nicht passiert. Wir wünschen allen an Bord und an der Station viel Kraft, um diese schwere Situation zu meistern und hoffen, dass die Verletzten rasch genesen"

Das Forschungsschiff "Polarstern" ist auf seiner 24.
Antarktisexpedition. Zur Versorgung der Neumayer-Station war ein kurzer Aufenthalt an der Schelfeiskante vorgesehen. Das
Forschungsschiff wird nun voraussichtlich bis zum 5. März in der Nähe der Neumayer-Station bleiben.

An der deutschen Antarktisstation gehen derzeit die Bauarbeiten
für die neue Station Neumayer III für diese Saison dem Ende zu. Die Baustelle werde für den antarktischen Winter winterfest gemacht. Die Baumannschaft sei vom Unglück nicht betroffen gewesen und werde die Antarktis voraussichtlich in einer Woche verlassen, hieß es.

kai/dpa



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