Antarktis Größter Eisberg der Welt hat sich gelöst

Der Koloss ist größer als Mallorca: In der Antarktis ist ein riesiger Eisberg ins Meer gekracht. Forscher entdeckten ihn vom All aus.
Der Eisberg ist 170 Kilometer lang und 25 Kilometer breit

Der Eisberg ist 170 Kilometer lang und 25 Kilometer breit

Foto: Copernicus Sentinel Data / ESA / CC BY-SA 3.0 IGO

Am Südpol hat sich ein enormer Eisberg gelöst, der flächenmäßig größer ist als die spanische Urlaubsinsel Mallorca. Mit rund 4320 Quadratkilometern sei der Koloss derzeit der größte Eisberg der Welt, meldete die europäische Weltraumorganisation Esa mit Sitz in Paris. Entdeckt wurde der Eisberg mit der Bezeichnung A-76 auf aktuellen Satellitenbildern der Copernicus-»Sentinel 1«-Mission. Demnach hatte er sich an der westlichen Seite des Ronne-Schelfeises im Weddellmeer im Nordwesten der Antarktis abgelöst. Das Weddellmeer ist das größte der rund 14 Randmeere des Südlichen Ozeans am antarktischen Kontinent.

Schrumpfende Gletscher

In der Antarktis brechen regelmäßig riesige Eismassen ab, Experten sprechen auch von kalben. Durch den Klimawandel kam es in den vergangenen Jahren jedoch gehäuft zu Eisabbrüchen. Die Antarktische Halbinsel gehört zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde. Im Durchschnitt ist es dort inzwischen fast drei Grad wärmer als noch vor 50 Jahren. Fast 90 Prozent der Gletscher an der Westküste der Halbinsel haben sich im vergangenen halben Jahrhundert deutlich verkleinert.

Die Namen der Eisberge setzen sich traditionell aus einem Buchstaben für das Gebiet in der Antarktis, in dem sie erstmals gesichtet wurden, und einer laufenden Nummer zusammen. Mit einer Länge von rund 170 Kilometern und einer Breite von 25 Kilometern ist A-76 zwar deutlich schmaler als Mallorca, aber dafür länger – von der Fläche her ist der Eisberg deshalb etwas größer als die Insel im Mittelmeer. Bisher hatte der Eisberg A-32A als aktuell größter gegolten, er kommt auf eine Fläche von etwa 3880 Quadratkilometern und treibt ebenfalls im Weddellmeer.

Die Region ist so abgelegen, dass wohl kein Mensch das Abbrechen des Eisbergs bemerkt hätte. Im Rahmen des britischen Forschungsprojekts Antarctic Survey überfliegen jedoch auch zwei Satelliten der Esa das Gebiet regelmäßig. Auf ihren Aufnahmen wurde der neue Koloss nun entdeckt.

Die Eisberge sind teilweise jahrelang unterwegs, ehe sie abschmelzen. Ende vergangenen Jahres trieb ein Eisberg auf das britische Überseeterritorium Südgeorgien zu und drohte ganze Pinguinkolonien von ihren Futterbeständen abzuschneiden.

koe/dpa

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