Flugsaurierart entdeckt Der »Todesdrache« von Mendoza

Anhand von Fossilien aus den argentinischen Anden ist eine Flugsaurierart bestimmt worden, die auch eine neue Gattung darstellt. Die gewaltigen Tiere hatten eine Flügelspannweite von bis zu neun Metern.
Stolzer Vogel: Modell des Thanatosdrakon Amaru an der Universidad Nacional de Cuyo in Mendoza, Argentinien

Stolzer Vogel: Modell des Thanatosdrakon Amaru an der Universidad Nacional de Cuyo in Mendoza, Argentinien

Foto: Universidad De Cuyo

Argentinische Paläontologen haben eine neue Art eines riesigen, fliegenden Reptils entdeckt. Der als »Todesdrache« benannte Pterosaurier lebte vor 86 Millionen Jahren, zeitgleich mit den Dinosauriern.

Die Analyse basiert auf zwei Exemplaren, von denen eines seine Flügel sieben Meter weit spannen konnte, das andere sogar neun Meter. Damit ist die neu entdeckte Art Thanatosdrakon amaru laut der Universidad Nacional de Cuyo  in Argentinien die größte bisher gefundene in Südamerika sowie eine der größten weltweit.

Mächtige Knochen: Paläontologe Leonardo Ortiz bei der Ausgrabungsarbeit in den Anden (Aufnahme von 2012)

Mächtige Knochen: Paläontologe Leonardo Ortiz bei der Ausgrabungsarbeit in den Anden (Aufnahme von 2012)

Foto: Leonardo David Ortiz / Universidad De Cuyo / REUTERS

Zudem sei der Thanatosdrakon der älteste bisher bekannte aus der Pterosaurierfamilie der Quetzalcoatlinae, so die Universität. Die Pterosaurier gingen den Vögeln voraus als erste Lebewesen auf der Erde, die Flügel nutzten, um Beute aus der Luft zu jagen.

Einzigartige Merkmale

Das Forschungsteam entdeckte die Fossilien des Thanatosdrakon nahe Aguada del Padrillo in den Anden der westargentinischen Provinz Mendoza. Die Felsen, in denen die Überreste des Reptils gefunden wurden, ließen sich 86 Millionen Jahre zurück in die Kreidezeit datieren.

Damit hätte das furchterregende Wesen mindestens 20 Millionen Jahre vor der Katastrophe gelebt, die das Ende der Dinosaurier einläutete, so die Fachleute. Vor rund 66 Millionen Jahren schlug ein riesiger Asteroid vor der Küste der heutigen mexikanischen Halbinsel Yucatan ein und löschte etwa drei Viertel des damaligen Lebens auf dem Planeten aus.

Projektleiter Leonardo Ortiz sagte in einem Interview, dass der Fund einige Merkmale aufweise, die nie zuvor beobachtet wurden. Deshalb sei nicht nur eine neue Art, sondern gleich eine neue Gattung zu benennen. »Wir haben gegenwärtig keine Zeugnisse von nahen Verwandten, die auch nur einen ähnlichen Körperbau wie diese Biester aufweisen«, sagte Ortiz.

Furchterregender Anblick

Der gewählte Gattungsname Thanatosdrakon verbindet die altgriechischen Wörter für Tod (Thanatos) und Drache (Drakon). »Es schien passend, ihn so zu benennen«, so Ortiz. »Er ist der Todesdrache.«

Das Reptil bot wohl einen furchterregenden Anblick, wie ein an der Universität in Mendoza ausgestelltes Modell illustriert. Die Forschenden haben ihre Arbeit in der Fachzeitschrift »Cretaceous Research«  veröffentlicht, beteiligt war auch der brasilianische Paläontologe Alexander Kellner, der schon etliche Saurierarten identifiziert hat.

ak/Reuters
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