Arktis-Konferenz Nordpol-Anrainer wollen kein Wettrennen um Rohstoffe

Die Anrainerstaaten des Nordpols wollen einen Wettlauf um Bodenschätze in der Arktis verhindern: Darauf verständigten sich Dänemark, Norwegen, Russland, Kanada und die USA in einer gemeinsamen Abschlusserklärung. Konkurrierende Besitzansprüche sollen unter Regie der Uno gelöst werden.


Kopenhagen - Fünf Arktis-Anrainerstaaten haben sich am Mittwoch auf eine friedliche Beilegung möglicher Streitigkeiten verständigt. Sie unterzeichneten eine Erklärung, mit der "ein guter politischer Rahmen für eine friedliche Entwicklung im arktischen Ozean in der Zukunft" versprochen wird.

Stattdessen wollen sie konkurrierende Besitzansprüche unter Uno-Regie nach geltenden rechtlichen Normen lösen. Das erklärte der dänische Außenminister Per Stig Møller auf der internationalen Arktis-Konferenz in Ilulissat auf Grönland. An der Konferenz nahmen die Außenminister von Dänemark, Norwegen, Russland und Kanada sowie der ein Vertreter des US-Außenministeriums teil.

Møller und sein norwegischer Kollege Jonas Gahr Støre sowie der russische Außenminister Sergej Lawrow betonten bei dem Treffen, dass es kein "Wettrennen" von Staaten um Besitzansprüche am Nordpol geben werde. In der Region werden zahlreiche Bodenschätze vermutet. Einer US-Studie zufolge können unter dem Meeresboden 25 Prozent der bislang nicht entdeckten Öl- und Kohlevorkommen der Welt liegen.

Russlands Außenminister Lawrow sagte, die symbolische Aufstellung der russischen Fahne am Nordpol dürfe nicht missverstanden werden. Das ganze sei eher eine werbeträchtige Aktion - vergleichbar mit dem Aufstellen der US-Fahne auf dem Mond 1969. Russland werde alle völkerrechtlichen Verträge bezüglich der Arktis weiterhin voll respektieren.

Ebenso wie Dänemark, Norwegen und Russland hat auch Kanada Territorialansprüche vor der Uno-Seerechtskommission geltend gemacht. Bei den USA ist bisher noch unklar, in welcher Form dies geschehen würde, weil Washington die Seerechtskonvention nicht ratifiziert hat.

amz/dpa/Reuters/AP

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