Klimawandel Arktis-Wälder brennen so heftig wie noch nie

Manche Brandherde sind so groß wie 100.000 Fußballfelder: In den Wäldern der Arktis wüten gigantische Feuer - viel größer als sonst in dieser Jahreszeit. Der CO2-Ausstoß dadurch ist immens.

Löschflugzeug im US-Bundesstaat Alaska: Die Feuer hängen laut Forschern mit dem Klimawandel zusammen
Michael Risinger/Zuma Press/DPA

Löschflugzeug im US-Bundesstaat Alaska: Die Feuer hängen laut Forschern mit dem Klimawandel zusammen


Waldbrände in den nördlichsten Regionen der Erde sind nicht ungewöhnlich - doch so häufig wie jetzt brannte es in der Arktis noch nie. In Alaska, Kanada und Sibirien gebe es Dutzende Brandherde, teilte das von der EU finanzierte Copernicus Atmosphere Monitoring Service (Cams) mit.

Demnach waren die CO2-Emissionen in der Arktis mit 60 Megatonnen für den Monat Juli bislang doppelt so hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Es war der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2003.

Das Cams, das im Auftrag der Europäischen Union den Zustand der Atmosphäre beobachtet, hatte bereits Anfang des Monats Alarm geschlagen und mithilfe von Satellitenbildern mehr als 100 schwere Waldbrände innerhalb des nördlichen Polarkreises entdeckt.

Bereits die im Juni emittierten 50 Millionen Tonnen CO2 - der Jahresausstoß von Schweden - hätten demnach die Juni-Emissionen der vergangenen acht Jahre zusammen überstiegen. Sommerliche Feuer seien zwar normal, die Größe und Dauer dieser Brände aber sehr ungewöhnlich, teilten die Forscher Anfang des Monats mit.

Die Feuer hängen den Forschern zufolge schon jetzt mit der Erderwärmung zusammen. "Bei wärmeren Bedingungen können Feuer leichter anwachsen und auch länger andauern, wenn sie einmal entfacht sind", sagte Cams-Wissenschaftler Mark Parrington.

Laut Cams seien einige der Herde etwa so groß wie 100.000 Fußballfelder. Alleine in Alaska seien in diesem Jahr schon etwa 400 Brände ausgebrochen. Dem Geografen Thomas Smith zufolge befinden sich zahlreiche Brandorte in bekannten Moorgebieten. Smith veröffentlichte eine Karte, auf denen die Feuer markiert waren.

In Russland toben auch in anderen abgelegenen Regionen südlich des Polarkreises Feuer. Aktuell gebe es 162 Brände auf einer Fläche von fast 150.000 Hektar. Am stärksten betroffen sei die Region Irkutsk am Baikalsee. In den meisten Fällen bestehe aber keine Bedrohung für Städte und Siedlungen, teilten die Behörden mit.

Russischen Medienberichten zufolge rücken Löschtrupps in dem Land nur an, wenn Dörfer und Städte oder Infrastruktur gefährdet seien. Dennoch bekämpfen nach offiziellen Angaben bereits jetzt mehr als 2300 Einsatzkräfte die Feuer.

Forscher rechnen damit, dass die Brände in der Arktis durch den Klimawandel weiter zunehmen. Der Juni war in vielen Regionen der Welt der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

fek/dpa



insgesamt 29 Beiträge
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nick-gr 25.07.2019
1. Erwärmung der Erde.....
....wird anscheinend um ein gewisses vielfaches schneller vonstatten gehen als von vielen gedacht. Damit auch die Katastrophen für uns Menschen.
Melissa85 25.07.2019
2. keine Bedrohung für Städte?
Feuer diesen Ausmaßes sind eine gigantische Bedrohung für die ganze Menschheit! schon jetzt ist das weltweite vernichten von Wäldern katastrophal für das Klima dazu jetzt solchen Vorfälle irgendwann lässt sich das nicht mehr ausgleichen aller Umweltschutz wird dann verpuffen.
spon_1980133 25.07.2019
3. Diskutiert nur weiter ...
Das, wovor namhafte Forscher und wissenschaftliche Institutionen seit Jahren warnen, ist bereits eingetreten: eine unaufhaltsame Kettenreaktion! Aber das wird von den Meisten so lange geleugnet werden, bis die Regale in den Lebensmittelläden leer bleiben und die Marktstände der Plünderung durch den Mob anheim gefallen sind. Bis dahin werden wir mit einer Armada vom Klimaanlagen versuchen, der Sommerhitze in den Wohnungen zu begegnen.
Gluehweintrinker 25.07.2019
4. Wer sagt "hat es immer schon gegeben"?
Die Warnzeichen sind nicht mehr zu übersehen, und dennoch geistern weiter die Irrlichter von Vorgestern und Verschwörung durchs Netz und behaupten, dass es Panikmache sei, und endlich mal ein richtiger Sommer, und Abzocke, und der arme Autofahrer solle nur ausgenommen werden, und sowieso... immer nur auf den kleinen Mann. Schon lange frage ich mich, wie schlimm es kommen muss, bis der letzte Klimawandelleugner bemerkt, dass er ein totes Pferd reitet.
soisses007 25.07.2019
5. Game over
Der Klimawandel/Temperaturanstieg entwickelt eine Eigendynamik die nicht mehr beherrschbar ist. Danke an Fr. Merkel die während ihrer Kanzlerschaft nichts Bemerkenswertes für die Umwelt getan hat. Das größte Problem ist der Bevölkerungszuwachs und der Konsum in den wohlhabenden Ländern. Das Volk will nicht verzichten, was durch die aktuellen Flugzahlen bewiesen wird. Selbst verzichten, bloß nicht. Sollen die anderen Sparen.
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