Artenschutzkonferenz Haie bekommen keinen besseren Schutz

Der Jäger ist inzwischen ein Gejagter: Viele Haiarten sind durch den Menschen stark bedroht. Eine internationale Artenschutzkonferenz konnte sich dennoch nicht darauf einigen, den Handel mit Haifischprodukten zu beschränken. Der asiatische Hunger auf Haifischsuppe ist zu groß.

Hammerhai (im Zoo in Ohama, 2007): Problematischer Appetit auf Flossen-Suppe
dpa

Hammerhai (im Zoo in Ohama, 2007): Problematischer Appetit auf Flossen-Suppe


Doha - Die Artenschutzkonferenz in Katar hat einen Antrag abgelehnt, Haie künftig besser zu schützen. Überraschend verpasste eine Initiative für mehr Transparenz im Handel mit Haifischprodukten am Dienstag die nötige Zweidrittelmehrheit. Jede dritte Hai-Art im offenen Ozean gilt inzwischen als gefährdet. Beobachter hatten deshalb erwartet, dass der Antrag ohne Probleme durchkommen würde. Die EU, die USA und andere Unterstützer wurden jedoch überstimmt - unter anderem von China, Japan und Russland.

Diese Staaten argumentierten, dass die Haibestände gar nicht gefährdet seien. Und Länder wie Libyen oder Marokko führen an, dass ihre heimische Fischerei-Industrie bei einem intensiveren Haischutz gefährdet wäre. Allerdings hatte zuvor die Meeresschutzorganisation Oceana noch einmal eindrücklich davor gewarnt, dass nicht zuletzt der Hunger vieler asiatischer Staaten auf Haifischflossensuppe für viele Arten zur existentiellen Bedrohung werden könnte. Bis zu 73 Millionen Haie pro Jahr würden allein deswegen getötet.

Als besonders gefährdet gelten der Bogenstirn-Hammerhai (Sphyrna lewini) und der Weißspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus). Hier sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten bereits drastisch zurückgegangen. Im Nordatlantik geht es Hammer- und Fuchshaien besonders schlecht - vor allem wegen des industriellen Fischfangs mit sogenannten Langleinen. Mit deren Hilfe sollen vor allem Thun- und Schwertfische gefangen werden.

Die Konferenz der 175 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) dauert noch bis zum 25. März. Als besonders wichtig gilt die Initiative, den bedrohten Blauflossen-Thunfisch unter strikten Schutz zu stellen. Das würde auch bedeuten, dass der Handel mit seinem Fleisch verboten wird. Widerstand dagegen kommt vor allem von Japan. Dort stellt der Thunfisch eine wesentliche Grundlage der Sushi-Tradition dar. Japan hat erklärt, dass es bei seiner Ablehnung von Schutzmaßnahmen auch auf Unterstützung aus China hofft.

chs/apn/AP



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