Ausdauernde Pinguine 11.700 Kilometer in sechs Monaten

Rekordverdächtig: Goldschopfpinguine schwimmen im Winter sechs Monate im offenen Meer - ohne dabei an Land zu gehen. Bis zu 11.700 Kilometer legen sie in der Zeit zurück, haben Forscher mit Hilfe von Peilsendern herausgefunden. Der Schwimmmarathon hat ein klares Ziel.


Zum ersten Mal haben Wissenschaftler die Wanderung von Goldschopfpinguinen verfolgt: Im Winter schwimmen sie sechs Monate im offenen Meer - stets auf der Suche nach Nahrung wie Krebsen und anderen Krustentiere. Ans Land kommen sie dabei nicht, wie Charles-André Bost vom Chizé-Zentrum für Biologische Studien in Viliers-en-bois und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Biology Letters" der Royal Society berichten.

Schopfpinguine: Vertreter der Art Eudyptes chrysolophus bleiben sechs Monate im Wasser
AFP

Schopfpinguine: Vertreter der Art Eudyptes chrysolophus bleiben sechs Monate im Wasser

Die Wissenschaftler banden den Goldschopfpinguinen kleine, sechs Gramm schwere Sender um, mit denen sie die Tiere über Satelliten orten konnten. Die Vögel verließen nach ihrer Brutzeit die Kerguelen-Inseln, eine subantarktische Inselgruppe im Süden des Indischen Ozeans, für sechs Monate und schwammen nach Osten. Nur wenige Tiere zogen zum Fressen in antarktische Gewässer, die meisten hielten sich mitten im Indischen Ozean auf.

Die Tiere verteilten sich auf ihrer Reise über eine Fläche von drei Millionen Quadratkilometern, was knapp der zehnfachen Fläche Deutschlands entspricht, beobachteten die französischen Forscher. In dem halben Jahr legten die Tiere bis zu 11.700 Kilometer zurück. Bei ihrer Rückkehr zur Brutkolonie im Frühling zeigten die Pinguine ein erstaunlich gutes Zeitgefühl: Alle Vögel erreichten die Insel innerhalb einer Woche.

Bisher wussten die Wissenschaftler wenig über die Wanderung der Pinguine. Es war unklar, wo sich die Tiere in den Wintermonaten genau aufhalten und wovon sie sich ernähren. Obwohl es bei den Goldschopfpinguinen schätzungsweise zehn Millionen Brutpaare gibt, nimmt ihre Zahl seit 20 Jahren stetig ab. Der Einblick in das Wanderverhalten der Vögel und ihre Nahrungsquellen könnte zum Schutz der Tiere beitragen, hoffen die Forscher.

hda/ddp



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